Miscellaneous

Full Moon Pictures

Just a few impressions from a beautiful full moon’s stroll that Ayuma and me did just a few days ago. The pictures were taken in our village and in a nearby little town called Herzogenaurach.



Omnisphere is here

Spectrasonics, one of my favourite software companies, has recently released their new virtual instrument Omnisphere, which is really some kind of monster in a very positive way: It is one of the most inspiring and genuine software instruments I’ve ever come across, and in just a few days time it has become almost indispensable for my musical work.

Omni


Omnisphere comes with a vast core library of over 40 GB with thousands of sounds that can be tweaked, combined and manipulated in any way you want. The sounds are not just your average workstation core library sounds, instead some of them are entering spectacular new territories like f. e. the burning piano, which is - as you might have guessed - the sound of a piano being set on fire (which is exactly what those weirdos at Spectrasonics did to achive that special sound). Also the integrated arpeggiator is just brilliant and very easy to handle, the FX-Rack contains everyt bloody effect section you ever wanted and sound browser is simply amazing, because it allows you to actually find the sounds that you’re looking for, which is something that can’t be said for many similar virtual instruments.

You see, I’m really excited about Omnisphere, and so I can only recommend it to every songwriter, producer or musician around. Check out Spectrasonics’ website for more information here.

By the way: G-Force have released a new version of their famous M-Tron, which is a very great and useful virtual instrument, too. It is my favourite secret weapon“ for those moments, when most digital sounds are sounding a bit too clean: those old Mellotron soundbanks add exactly the kind of vintage dirt that will make your songs breathe!

MTRONPRO1


Next thing I’m looking forward too is Camel Audio’s new synthesizer Alchemy: it’s not released yet, but the teasers on their website do sound amazing.

Alchemy1

Free Tibet

The only answer to China's oppression of the Tibetean people would be:

1. Cessation of all trade relations between Europe and China
2. Boykott of the Olympic Games 2008 in Peking


It's time for any European politician to show which side we're on: either support a nation's struggle for self-determination and democracy, or forget about freedom and democracy in the name of market globalisation!


Tibet

Please support campaigns for Free Tibet at http://www.freetibet.org/ or http://www.tibet.org/.

Free Burma

Please visit this website and support the people in Burma!


Free Burma!


Free Burma 041.JPG auf Flickr - Fotosharing!


1480047492_5b9d07af05


Schlosshof-Festival 2007

Meines Wissens war das Schlosshof-Festival die erste Veranstaltung dieser Art in Höchstadt an der Aisch, so dass diesem Mittelalterfest zwangsläufig die Professionalität der etablierten Festivals abging: Alles war eine Nummer kleiner, überschaubarer und familiärer - doch dafür brachte man dort erstaunlicherweise einen wesentlich besseren Sound zustande, als dies auf den Festivals in Abenberg und Veldenstein der Fall gewesen war.

Wie immer trudelten meine Süße und ich mit etwas Verspätung ein, so dass wie den Opener Nachtgeschrei verpasst hatten. Als wir den Schlosshof betraten, waren Merlons Lichter bereits auf der Bühne und gaben sich redlich Mühe, liessen das Publikum jedoch weitestgehend kalt, was an der leicht verunglückten Performance der Band lag: Da Sänger und Drehleierspieler PG ist nicht gerade der mitreissendste Frontmann aller Zeiten ist und die Restlichter - mit Ausnahme der Sängerin - so verloren wie bei Stromausfall im Proberaum agierten, wollte der Funke nicht richtig überspringen. Da halfen auch die hilflosen Tanzeinlagen der Sängerin nichts, die dank ihres peinlichen silbernen Flügel-Umhangs des Öfteren wie eine orientierungslos herumtaumelnde Alufolien-Fledermaus wirkte... Eigentlich schade, denn die Musik dieser Erlanger Combo setzte sich ansonsten wohltuend vom üblichen In-Subway-Extremo-Corvus-Sound anderer Mittelalter-Bands ab, doch infolge der farblosen Darbietung verpuffte deren Wirkung gänzlich!

Feuerschwanz1


Diesbezüglich sah es Feuerschwanz, die auf Merlons Lichter folgten, gleich eine ganze Ecke anders aus: Schon beim Soundcheck sorgten sie für mehr Stimmung im Publikum, als die Merlons während ihres gesamten Auftritts erzeugten. Zugegebenermaßen ist eine Band mit einem Motto wie "Met & Miezen" in diskursiver Hinsicht mehr als nur peinlich; wer Schandmauls "Herren der Winde" zur nächstliegenden Flatulenz-Ballade umfunktioniert und darüber hinaus den Großteil des eigenen lyrischen Oeuvres deutlich unterhalb der mittelalterlichen Gürtellinie ansiedelt, sollte eigentlich gnadenlos gedisst werden - doch seien wir mal ehrlich: AC/DC, Led Zeppelin, Motörhead oder ZZ Top sind auch nicht gerade literarische Schöngeister und werden dennoch toleriert und anerkannt - und Feuerschwanz verbreiteten trotz ihres Schlüpfrigkeitsfaktors von +10 auf der nach oben offenen Debilitätsskala dermaßen gute Laune, dass man sich dem einfach nicht entziehen konnte: Also hinfort mit allen Dünkeln und hehren Anspüchen, dem fröhlich gröhlenden Nachbarn zugeprostet und abtanzen, bis der Medicus kommt!

Feuerschwanz machten jedenfalls alles richtig, was Merlons Lichter zuvor falsch gemacht hatten: Die ganze Band ging gnadenlos nach vorne und spielte für das Publikum, das im Gegenzug begeistert auf dieses Powerplay reagierte - und wenn Feuerschwanz so weitermachen, werden sie bei den Festivals der nächsten Jahre womöglich noch Headliner-Status bekommen!

Danach war Eric Fish dran, der mir solo wesentlich besser gefällt als mit Subway to Sally: Eigentlich macht er astreinen Liedermacher-Folk, bei dem er meistenteils englischsprachigen Songs sozialkritische deutsche Texte verpasst: Das hat zwar rein gar nix mit Mittelalter zu tun, doch weil er eben der Subway to Sally-Frontmann ist, hört ihm das Gothic-Publikum aufmerksam zu, das die Originalversionen solcher Stücke wie "Summer in the City" oder "Rocking in the Free World" vermutlich noch nie zuvor gehört hat und jeden langhaarigen Straßenmusiker, der dieselben Songs mit der gleichen Inbrunst vorträgt, vermutlich kaltlächelnd ignorieren würde...

Jedenfalls war es genau die richtige musikalische Untermalung, um sich mit Freunden zu unterhalten und ein Bierchen zu trinken; vom Schauwert her ging diese Art der Darbietung auf der Festivalbühne leider ein wenig unter, denn ein akustischer Set dieser Art ist nun mal eher für kleine verräucherte Musik-Clubs oder Kneipen geeignet, wo dann auch die entsprechende Stimmung aufkommen kann - vielleicht sollte Eric gelegentlich einfach mal im Strohalm in Erlangen vorbeischauen?

Schlosshof


Nach einer kleineren Umbaupause waren dann Saltatio Mortis angesagt: Diese hatten mich schon auf dem Veldensteiner Festival einige Wochen zuvor genervt, und obwohl deren Sänger heute besser bei Stimme war, hinterliessen sie auch diesmal wieder den Eindruck einer Band, die nur dem Trend hinterherläuft und gängigen Klischees zu entsprechen versucht, anstatt etwas Neuartiges zu kreieren oder Eigenständigkeit an den Tag zu legen. So boten Saltatio Mortis auch an diesem Abend wieder ein buntes Potpourri musikalischer Beliebigkeiten, das sie jedoch durch eine gigantische flackernde Lightshow aufzuwerten versuchten, bei der jedoch dermaßen hektisch zu Werke gegangen wurde, dass man für die etwaigen Epileptiker unter den Zuschauern nur beten konnte und sich unweigerlich fragte, welche Drogen der Mann am Lichtmixer wohl eingeworfen hatte.

Da es mittlerweile recht kühl geworden war, beschlossen wir, vorzeitig nach Hause zu fahren und bekamen daher von den Headlinern des Abends, Fiddler's Green, nichts mehr mit - aber mit dieser Band ist es sowieso so eine Sache: Würde man Bands die The Pogues, die Whisky Priests, The Men They Couldn't Hang, die Oysterband oder auch die Dropkick Murphys nicht kennen - ja, dann würde man Fiddler's Green höchstwahrscheinlich richtig gut finden... doch da man dummerweise all dieses Bands kennt, beschleicht einen bei Fiddler's Green das gleiche Gefühl als wenn man beim Frühstück statt Nutella einen NoName- Haselnuss-Schoko-Brotaufstrich vorgesetzt bekommt: Egal, wie dick man ihn auf aufstreicht oder was alles auf dem Glas steht - er kommt einfach nicht ans Original heran!

Fazit: Es war trotz allem ein sehr schönes und intimes Festival, das nächstes Jahr hoffentlich wieder eine Fortsetzung findet - uns hat es jedenfalls verdammt gut gefallen!

Veldensteiner Festival 2007

Und wieder ging es auf ein Mittelalter-Festival: Diesmal war Burg Veldenstein in Neuhaus an der Pegnitz angesagt, wo es zwar ein wenig kleiner und intimer zuging als auf dem Abenberger Feuertanz-Festival vor ein paar Wochen, doch nichtsdestotrotz herrschte auch hier eine äußerst angenehme Atmosphäre.

Jutta1


Wie üblich waren meine Süße und ich etwas zu spät dran, so daß wir - nachdem wir unser Lager auf dem Festival-Campingplatz aufgeschlagen hatten - nur noch das Ende des Auftritts von Letzte Instanz mitbekamen. Aus diesem Grund kann ich nicht viel über die Band sagen, doch wer derart beherzt fortwährend “The Lion Sleeps Tonight” zitiert und zu guter letzt auch noch den definitiv besten Kiss-Song aller Zeiten - nämlich “I Was Made For Loving You” - in einer mehr als akzeptablen Version darbietet, kann so schlecht nicht sein...

Die danach auftretenden Saltatio Mortis hingegen brachten nichts, was man nicht schon tausendmal zuvor gehört hätte: Harte Metal-Riffs, mittelalterliche Dudelsäcke sowie farblose Vocals - und alles ohne den geringsten Funken von Originalität oder Wiedererkennungswert. Daher liessen wir uns lieber ein gutes Bier schmecken, anstatt weiter vor der Bühne herumzulungern - dort tauchten wir nämlich erst wieder auf, als es Zeit für meine ehemaligen Label-Kollegen (remember Ars Metalli?) Die Apokalyptischen Reiter war, und obwohl deren Musik nach wie vor nicht unbedingt meine Baustelle ist, spielten sie einen beeindruckenden Set, bei dem vor allem die Gesangsleistung des Sängers sowie das perfekte Timing der Band hervorstachen! Zwar verbreitete so manches ihrer Publikumsspielchen eher den Flair einer grenzdebilen Teenager-Geburtstagsparty, aber alles in allem war es ein äußerst unterhaltsamer Gig, der durchaus das Prädikat wertvoll verdiente.

Nun waren Schelmish an der Reihe, und obwohl sich der Mann am Mischpult jeglich erdenkbare Mühe gab, den Sound der Band zu verunstalten, war dieser Haufen für mich wie auch für meine Freundin eindeutig das Highlight des Festivals, denn obwohl auch Schelmish mitunter einer musikalischen “In-Extremo-fizierung” unterlagen und die eine oder andere Nummer am Start hatten, die zu sehr auf die üblichen Mittelalter-meets-Metal-Klischees setzte, brillierte die Band mit einer derartigen Spielfreude und gnadenlosem Powerplay, daß ihr auch der offenbar völlig taube und von allen guten Geistern verlassene Mixer nichts anhaben konnte.

Schelmish legten all das an den Tag, woran es Bands wie Saltatio Mortis mangelt: Originelle Rhythmen, einprägsame Songstrukturen, abwechslungsreiche Dudelsack-Melodien etc. Zwar sind auch bei dieser Band keine Gesangsvirtuosen am Start, doch wären Schelmish die Ersten, die dies auch zugeben würden - und dieses Manko machten sie durch jede Menge einfallsreicher und mächtig ins Tanzbein gehender Instrumental-Stücke wett; alles in allem eine tolle und mitreissende Performance, für die die Band völlig zu recht von einem hellauf begeisterten Publikum abgefeiert wurde!

Bevor daraufhin die Headliner Subway to Sally die Bühne betraten, ging eine längere Umbaupause voraus, während der sich das Wetter deutlich verschlechterte - möglicherweise hatte es schon geahnt, was sich gleich in musikalischer Hinsicht abspielen würde...

Wieso Subway to Sally über eine solch große Fangemeinde verfügen, werde ich nie begreifen: Vermutlich hat sich das jahrelange Touren der Band bezahlt gemacht, und man kann auch keinesfalls behaupten, daß die beteiligten Musiker und Musikerinnen ihr Handwerk nicht verstehen würden. Doch das Aufregendste am Auftritt dieser Band blieb die effektvoll in Szene gesetzte Lightshow, wohingegen die Musik so aufregend war wie eine Nacht am Oer-Erkenschwicker Hauptbahnhof: Es war schlichtweg die komprimierteste Form musikalischer Langeweile, die ich seit langem erlebt hatte - und mit einem Mal wünschte ich mir nichts sehnlicher, als daß ich meinen iPod mitgenommen hätte...

Daher zogen wir uns nach der Hälfte der Show und mit dem plötzlichen Einsetzen heftiger Regengüsse unter den Poffertjes-Stand zurück und kamen wenig später völlig durchnässt, aber mit einer Flasche Holunderbeerwein bewaffnet an unserem Nachtlager an, wo wir zu den Klänger der zuvor frisch erworbenen Schelmish-CD dem Regen lauschten und uns dabei den Wein schmecken liessen...

Sid1


Fazit: Trotz des Wetterumschwungs am späten Abend war es ein äußerst gelungenes und gut organisiertes Festival, bei dem wir uns lediglich einen anderen Headliner gewünscht hätten.

Serves them jolly well right

Year after year people think it's big fun to be cruel to animals - just like in Pamplona, where bulls are being driven through the streets to end up as sacrifice on the altar of machismo in the arena afterwards.

And year after year, something like this happens:

"Several men have been badly hurt in the San Fermin
bull-running festival in Pamplona, northern Spain.

The men are in hospital suffering from concussion and bruising after
being trampled on Friday.

Doctors said all casualties were in a serious condition in hospital; festival officials said they were injured when they fell under the hooves of stampeding bulls while running with the herd during a nine-minute dash through city streets to the Pamplona bullring.
Each year thousands of people flee bulls and steers in the nine-day festival."

In my opinion: Well done, bulls!

Bulls

Dead Toreador (1864)-1

Feuertanz-Festival 2007

Am Samstag waren wir auf dem Feuertanz-Festival auf Burg Abenberg, einer idyllisch gelegenen Hügelburg im mittelfränkischen Landkreis Roth. Da wir uns bei der Anfahrt etwas Zeit gelassen hatten, bekamen wir von Faun und Corvus Corax so gut wie nichts mehr mit, doch Katja, die bereits vor uns eingetroffen war, versicherte uns Stein auf Bein, daß Faun wirklich gut gewesen seien.

Pasted Graphic

Meine Süße und ich bummelten nach unserer Ankunft erst mal über den Mittelaltermarkt und bestiegen den Burgturm, bevor wir uns zu ASP vor der Bühne einfanden, und obwohl ich nicht allzuviele Songs dieser Band kannte, war ich von der ASP ziemlich beeindruckt: Sie spielten einen druckvollen und spannungsgeladenen Set, der mächtig ins Tanzbein ging, und konnten aufgrund ihrer sympathischen Performance trotz der für eine Gothic-Band ungewöhnlichen Lichtverhältnisse (die Sonne stand noch am Himmel!) und des miesen Sounds, der ihnen verpasst wurde (und der wie im weiteren Verlauf des Festivals zu hören war, sich sehr wohl besser gestalten liess!), das Publikum begeistern. Uns hat's jedenfalls so gut gefallen, daß wir uns ASP gerne nochmal am 15. November in Nürnberg im "Hirsch" unter hoffentlich besseren akustischen Voraussetzungen anschauen werden.

Nach ASP waren Tanzwut dran, die eine äußerst professionelle und ebenfalls zum Tanzen animierende Show boten: Seltsamerweise war deren Sound deutlich besser als der von ASP, obwohl Tanzwut definitiv schwerer abzumischen sind - ein Schweinehund, wer Schlechtes dabei denkt! Nichtsdestotrotz gingen Tanzwut ziemlich gut ab, doch die mangelnden stimmlichen Qualitäten von Sänger Teufel, der zwar ein guter Entertainer sein mag, in punkto Gesang jedoch eher nach rostiger Gießkanne klingt, liessen den Set auf Dauer etwas eintönig werden: Mit einem besseren Sänger würden die Songs von Tanzwut erheblich dazugewinnen!

Am späten Abend traten dann Schandmaul, die Headliner des Festivals, auf: Mittlerweile war es proppenvoll geworden, und so bekamen wir nur noch einen Platz am Seitenrand der Bühne. Spieltechnisch sind Schandmaul über jeden Zweifel erhaben: Da wackelt nichts, und es gibt keine schiefen Töne - doch mit ihrem Songmaterial geht es mir genau so wie mit Blackmore's Night: Eine halbe Stunde lang klingt alles ganz nett, aber genau wie bei Zuckerwatte verpufft die anfängliche Begeisterung ziemlich schnel! Am Besten gefiel mir im Verlauf des Sets "Die Tür in mir", wohingegen "Walpurgisnacht" gänzlich verpuffte. Bei aller Kritik muss ich Schandmaul jedoch zugute halten, daß sie einen eigenständigen Sound kreiert haben, der sie deutlich von anderen Bands dieses Genres unterscheidet und über einen hohen Wiedererkennungswert verfügt.

Da wir nach dem Auftritt von Schandmaul noch keinerlei Lust verspürten, das Festival zu verlassen, fanden wir uns auf dem Burghof ein, wo Feuerschwanz aufspielten und dabei von Feuerschluckern und Gauklern begleitet wurden. Dabei überraschten mich Feuerschwanz positiv, denn noch vor 2 Jahren auf dem Veldensteiner Burgfestival ging mir diese Band tierisch auf die Nüsse - doch hier, im kleinen Rahmen des fackelbeschienenen Burghofs, rissen Feuerschwanz das Publikum mit ihrem stimmungsvollen Mittelalter-Set richtiggehend mit, wofür sie auch völlig zu Recht mit "Flughafen"- und "Gorgonzola"-Rufen abgefeiert wurden!

Nachdem Feuerschwanz und die Gaukler sich in den wohlverdienten Feierabend bzw. Feiermorgen verabschiedet hatten, wollten wir uns noch Eric Fish anschauen, der bereits im Festsaal der Burg zu spielen angefangen hatte, doch da im Saal keinen Platz mehr gab, setzten wir uns kurzerhand draußen vor dem Fenster auf eine Bank und lauschten dem Künstler von dort aus. Ich hatte Eric Fish solo zuvor noch nie gehört und mir eigentlich nichts besonderes erwartet, daher war ich ziemlich erstaunt, als mir da ein traditioneller aber nichtsdestotrotz souverän vorgetragener Folk-Set zu Ohren kam. Leider bekamen wir nur noch den letzten Teil des Auftritts mit, der mit einer Cover-Version des unverwüstlichen Neil Young-Klassikers "Rockin' in the Free World" endete, und nach einem weiteren Spaziergang diurch die mondbeschienene Nacht begaben wir uns schliesslich zu unserem mobilen Schlafplatz am Fuß der Burg.

Fazit: Ein sehr schön gestaltetes Festival mit jeder Menge Schauwert und einem musikalisch durchaus abwechslungsreichen Programm, wobei meiner Favoriten eindeutig ASP und Feuerschwanz waren.

Botschaft

Frage: Gibt es ein künstlerisches Ziel deiner Arbeit und Kompositionen? Willst du etwas mit deiner Musik beim Hörer erreichen? Oder gibt es gar eine Botschaft, die du in die Welt hinaus tragen möchtest?

Sid: Mein künstlerisches Ziel ist vermutlich das gleiche, das jeder Musiker hat: Die ständige und vergebliche Suche nach dem perfekten Song. Dieses Ziel wird man wahrscheinlich nie erreichen, aber man kann ihm manchmal zumindest recht nahe kommen... Auf diesem Weg möchte ich stets offen für Neues bleiben; außerdem möchte ich mich nicht wiederholen, weshalb ich mir auch das Ziel gesetzt habe, dass jedes Antichrisis-Album anders als sein Vorgänger klingen soll.

Beim Hörer möchte ich eigentlich nur Eines erreichen: Dass ihn die Musik berührt und ihm in den dunklen Momenten des Lebens Hoffnung und Zuversicht gibt. Ich möchte keinesfalls Musik machen, die den Hörer "runterzieht", selbst in meinen traurigsten Songs versuche ich immer wieder, einen Silberstreif am Horizont durchschimmern zu lassen, denn Trauer ohne einen Funken Zuversicht hinterlässt nur ein tiefes schwarzes Loch in der Seele.

perfection

Moonshadow

Frage: Ich habe in einer alten Rezension des Orkus-Magazins gelesen, dass "Moonshadow" gestorben sei – so weit ich informiert bin, hast du dieses Pseudonym lediglich abgelegt. Und wenn "Moonshadow" ein Pseudonym war, warum hast du dich dann davon gelöst und was hat es früher für dich bedeutet?

Sid: Ich spielte "Cantara Anachoreta" noch unter dem Pseudonym "Moonshadow" ein, doch kurz vor Veröffentlichung des Albums kam es zur Trennung von meiner damaligen Freundin, mit der ich zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre zusammengelebt hatte. Ich brach völlig zusammen und landete nach einem Selbstmordversuch für 3 Monate in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik. Dadurch verlor ich meinen Job, meine Wohnung, und musste völlig neu anfangen, den alle Verbindungen zu meinem alten Leben hatten sich aufgelöst - und somit war im übertragenen Sinne auch mein altes Ich gestorben; "Moonshadow" hatte zu existieren aufgehört.

Diese symbolische Wandlung wurde von einigen Magazinen fälschlicherweise als konkrete Todesmeldung interpretiert... ich fand es in diesem Zusammenhang nur etwas belustigend, dass diejenigen, die glaubten, Moonshadow wäre tatsächlich gestorben und durch Sid ersetzt worden, nicht merkten, dass sich der Sänger auf "A Legacy of Love" genau so anhört wie der auf "Cantara Anachoreta".

Moonshadow war zugegebenermaßen ein etwas prätentiöser Künstlername, den ich mir seinerzeit allerdings aus völlig unspektakulären Gründen zulegte: Es gibt einen gleichnamigen Song von Cat Stevens, der mir sowohl vom Text als auch von der Musik her schon immer ausgesprochen gut gefiel und daher fand ich, dass dieser Name gut zu mir und zu dem, was ich mit Antichrisis zum Ausdruck bringen wollte, passen würde.

moonshadow

Politicians

Question: What do you think of politicians?

Sid: Let's have a look at good old Douglas Adams, for he has always a lot to offer concerning life, the universe and politics:

"One of the major problems with governing people is that of whom you get to do it; or rather who manages to get people to let them do it to them.

To summarize: It is a well-known fact that those people who must want to rule people are, ipso facto, those least suited to do it. To summarize the summary: Anyone who is capable of getting themselves made president should on no account be allowed to do the job. To summarize the summary of the summary: People are a problem." (taken from "The Restaurant at the End of the Universe", Chapter 28, by Douglas Adams).

There's not much to add to this...I deeply distrust every politician, because I do distrust everyone - no matter if left- of right-wing - who think that governing people is their vocation - in many cases they turn out to be just a bunch of power-hungry villains... as Bob Dylan once put it: "Don't follow leaders - watch the parking meters"; or even more radical with the words of Kevin Rowland of Dexy's Midnight Runners: "The only way to change things: Shoot people who arrange things!".

hussein-flowers

God and Goddess

Question: What comes to your mind when you think of the following items:

God?

Sid: A hoity-toity nincompoop who should be voted out of office straight away as he does obviously a lousy job!

Goddess?

Sid: The promising opposition candidate I'd be voting for!

pic-ram_laxman

Christian Connotations

Question: What comes to your mind when you hear the word christianity?

Sid: Christianity means nothing to me but a religious fraud: Though it is pretending to be about love, it sows the seed of hate and intolerance - and a damn lethal seed it is as one can tell by the track of blood christendom has left in history!

That doesn't mean that I'd disdain any person who's a christian believer...nope, everyone's free to believe what he/she likes as long as they're not harming any other living being; and if they think christianity's their cup of tea then good luck to them: It certainly isn't mine!

203

Love or Hate

Question: Do you think that love is far away from hate? What is more difficult: to love or to hate?

Sid: I think love and hate cannot be put on the same level with each other, because while both being undoubtedly powerful emotions they are nevertheless of completely different derivations: You have to have a reason for hating someone, but you dont have to have a reason for love! On the other hand, love can easily turn into hate sometimes, as I've tried to explain in "Trying not to breathe" with the line "I hate you and I love you for what youve done to me": If the one you love leaves you, then two strong emotions are fighting against each other within yourself, and this is nothing but a horrible outburst of devastition! Being torn apart between love and hate is a most dangerous process, because it can easily end in self-destruction: Someone broke your heart, but you still love her/him because of the good times you've shared, and at the same time you hate that person because she/he has the power to make you feel so tremendously bad - it's like being a small iron particle in the centre between two strong magnets: Unable to move and unable to escape... Nevertheless I think it's much easier to love than to hate, although I don't deny the fact that hate is a very vigorous and vital force in human life; but as you have to have a cause for hating someone or something - unless you're a complete weirdo - hate is a rational-based state of mind, whereas love with its ability to strike you sometimes out of the blue is definitely a spiritual force. If you have a reason to hate someone, then do it - justified hate has to be lived through with all its consequences in order to keep your inner equilibrium, and you'll feel a whole lot better after you've gone through it. But hate can only be an ulterior motive for a certain time, it has to find its end at some stage, at the latest when it's achieved its object - otherwise it'll burn you out and leave you all barren, whereas love can go on forever and ever without doing any harm at all: There is no end to unconditional love because it is the divine impetus of life itself: The more you love, the more you'll obtain!

night-of-the-hunter

First Love

Question: People say that when you fall in love you do not notice anything around any more - was it the same to you when it comes to your first love?

Sid: To me it's exactly the other way round: When I am in love, I perceive everything around me much clearer - as if I had lived in a two-dimensional world before and now suddenly entered a three-dimensional reality! The sun seems brighter, the nights more enchanting, the moonlight much softer, the air sweeter... everything seems more intensive, more real - but at the same time more magical as well.

60957146.DSC_1899

About Pornography

Question: How do you feel when you hear about pornography with children through the Internet nearly every day? Do you think that one day it will be common to watch those pictures on TV?

Sid : I do hope not - but this male dominated society is a rather sick system, and there's already enough abominable pornographic stuff in the internet and on TV right now! In my point of view, pornography in general is the documentation of the abuse of every female being; and the fact that not only a few men are turned on by pornography and prostitution shows that a majority of the male gender is neither able to develop a healthy sexual self-awareness nor to perceive women as autonomous human beings.

cupid

Ancient Cultures

Question: You do seem to be fascinated by ancient cultures, am I right?

Sid: Yes, you are: I'm interested in matriarchal cultures all over the world, especially in those of Northern-European, pre-Celtic origin.

I do also admire Celtic Art: I remember having seen photographs of early Celtic Art when I was about 14 years old, and from that very moment I've been fascinated by the rich symbolism and the beauty of that artistic school; and so I tried to go deeper into Celtic Culture, reading every available book that I could lay my hands on. I spent about 10 or 12 years on reading and learning until I began actually understanding the spirit of all I've read about, which goes far beyond plain knowledge - spiritual awareness cannot be learned, it has to be experienced. Of course it was of great importance to me to gain knowledge through literature, but really experiencing the Celtic Spirit happened when I visited some of the ancient quoits in England and Ireland and listened to the old ballads not only with my ears, but with my heart!

Kreta

The Meaning of Love

Question: What does the word love mean to you?

Sid: Love is pure magic, and like every magical power it contains both creative and destructive energies. Come to think about it, the most miserable periods in my life were always caused by the negative outcomes of love (i. e. broken relationships), but at the same time I'm aware that the most beautiful moments were also because of love. If wanting to experience love, one has to be strong enough to face both heaven and hell: The higher one rises, the deeper one falls! In order to avoid all that trouble, you'd have to stay mediocre - but despite of all that I've gone through, this would not be my cup of tea, anyway!

There's a wonderful song by Hazel O'Connor that goes: "If I had another chance, I would have the same romance with you and life, the happiness and the knife. If I had that time again I'd change it not another way..." - and I guess the same goes for me: I'll never regret to have loved, even if it always ended in tears. But there's no price to high for love, and if you do love, you have to accept the fact that it makes you very vulnerable, that it might even kill you. It's a question of all or nothing, I'm afraid. Edna St. Vincent Millay once wrote about this: "My candle burns at both ends, it will not last the night; but, ah, my foes, and oh, my friends, it gives a lovely light". Or, with Tennyson's words: "Tis better to have loved and lost than never loved at all".

To me, love is the most sincere and honest feeling, a divine power that can make us goddesses and gods, a feeling that is equiped with closeness, truth, respect and unconditional faith. I don't know if this is just an ideal that'll never become reality, but even if the quest for true love should be bound to fail: Wouldn't life be rather poor without this dream?

Depeche-Mode-The-Meaning-Of-Lo-7898

True Love

Question: What is your definition of true love?

Sid: That's difficult to explain: To me, love is like the most beautiful song ever heard, like dissolving in an endless sea of light and passion, having found what you've been looking for all your life, drowning in your lover's eyes, a blissful dream without end - but also being there whenever you're needed, always standing by your lover's side whatever may come, always being sincere and true to the one you're with etc. There are too many facets to true love than can be mentioned, I'm afraid.

true

Erotic Literature and Pornography

Question: Some individuals seem to find erotic literature and pornography (I'm talking about the legal stuff here, not snuff or paedophilia etc.) to be showing women as inferior, while others believe that it's a positive way of portraying the female body, making women more worth in a man's mind. What do you think about this?

Sid: As the term "pornography" has derived from the Greek term for "presentation of whores", it's quite obvious that pornography doesn't deal with respect for women. Pornography doesn't intend to show women as individuals or subjects, but as sexual objects of men.

Pornography is unable to portray the female body in a positive way, even in cases when it tries to hide its true aim under the cloak of "fine arts", because the standards defining the female body are made up - Surprise! Surprise! - by men: They define what or who is to be called "sexy", "beautiful" or "erotic" (although men talking 'bout eroticism is always a bit like a blind talking about colours!)....and after all men have decided that women always look best when being victims: Either victims of male fantasies of rape and violation, or "just" victimised by the way they have to expose and exhibit themselves in front of a camera.

Referring to sexuality itself, the majority of men are a bunch of ignorant creeps. Their only sensual interest seems to be reduced to some mindbogglingly obscure movements of their naughty bits, while their sexual stimulation seems to consist of goggling randy at some gynaecologically exposed parts of the female body. They don't see that sexuality is some kind of erotic "culture", which is much more than quick movements of the pelvis.

Pornography is nothing more than the product of the sick minds of those scruffy wallies we call "men", and it's jolly obvious that it was never meant to be for the sake of appreciation or adoration of women, but for degrading, abusing and exploiting them.

erotic 15

Oppositions

Question: With your sort of pagan influenced view of the world, how do you see love and life as opposed to war and death?

Sid: Death belongs to the natural cycle of love and life, whereas war is a destructive force made up by sick human minds. According to my point of view, death is not the end, but the transition to another level of existance. Love is the ultimate source of everything, a power that brings growth, splendidness and fruitfulness. As long as love exists, there is always hope and faith and beauty... of course there's also a dark side of love, but this aspect only arises from disappointment and betrayal by humans; i. e. the lack of the pure energy of love - but I guess I've said enough about that darker side in some songs like "The Sea" or "The Farewell".

Näx: I like love more than war and death. Death is a part of the big game and I don't fear it. Just trying to be prepared.

ElMantoWaterfall2

Wunschtraum

Frage: Welche Wünsche/Ziele/Träume hast Du Dir für die Zukunft gesetzt? Was möchtest Du davon unbedingt erfüllen? Und bei was bist Du Dir sicher, daß es Träume bleiben werden?

Sid: Mit meiner Geliebten gemeinsam bis ans Ende unserer Tage in einem Haus an der Küste von Cornwall zusammen zu leben - Ich hoffe schwer, daß das nicht nur ein Traum bleibt.


Bild-27

Todesstrafe?

Würdet ihr im Fall von Kindesmißbrauch auch die Todesstrafe für angebracht halten? Mich hat in diesem Zusammenhang der Film "Die Jury" nach einem Buch von John Grisham ziemlich bewegt - kennst ihr zufällig diesen Film? Falls ja, wie hat er auf euch gewirkt?

Sid: Nein, ich kenne weder den Film noch das Buch, und ich bin mir auch bewußt, daß es in einer Gesellschaft wie der unseren niemals eine Patentlösung für dieses Problem geben wird: Wäre die Todesstrafe das alleinseligmachende Mittel, dann dürfte es ja z. B. in den Staaten der USA, in denen sie vollstreckt wird, solche Delikte nicht mehr geben....Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen, ist leider ebenso paradox wie einen Krieg zu führen, um Kriege zu beenden! Nichtsdestotrotz muß wie gesagt dem Opfer Gerechtigkeit widerfahren, und Gerechtigkeit kann eben auch den Tod des Täters bedeuten.

Näx: Oh, beim Punkt Todesstrafe muß ich mich auch einschalten. Davon halte ich nämlich überhaupt nichts, auch wenn ich ab und an spontan Mördern und Kinderschändern den Tod wünsche. Grundsätzlich sollte bei der Bestrafung von Vergewaltigern und allgemein triebgesteuerten Mördern (was nur die wenigsten Mörder sind) die Sicherheit der Opfer und der Öffentlichkeit im Vordergrund stehen und nicht der Satz: Der Mörder (Kinderschänder) ist immer das Opfer. Die größtmögliche Sicherheit vor den gefaßten Tätern (natürlich nicht vor den noch unbekannten) wird selbstverständlich erreicht, wenn diese Täter kurzerhand selbst getötet werden, denn: weg ist weg. Wie man das ethisch/moralisch/religiös werten soll, muß jeder mit sich ausmachen, ich selbst habe mit dieser pragmatischen Lösung meine Probleme. Sie bestehen darin, daß ein Richter nur verurteilen darf, wenn er davon überzeugt ist, daß das, was dem Täter zur Last gelegt wird, auch tatsächlich geschehen ist. Die Richter haben in dieser Frage einen wirklich schweren Stand, und es kommt dabei entscheidend auf die Beweise an. Nun besagt ein Urteil aber nicht, daß der Verurteilte auch der Täter ist, sondern nur, daß der Richter davon, aus guten Gründen, die er alle benennen muß, überzeugt ist. Meistens haben die Richter recht. Was aber ist, wenn sich ein Urteil Jahre später als falsch herausstellt, weil ein neuer Beweis aufgetaucht ist oder weil es neue Beweismethoden gibt? Ein Urteil kann aufgehoben werden, die unschuldig im Gefängnis verbrachten Jahre sind zwar weg, aber man lebt noch. Nur der Tod ist irreversibel. Es gibt viele Fälle, in denen sich nach Jahren herausstellte, daß ein wegen Vergewaltigung verurteilter Gefangener gar nicht der Täter gewesen sein konnte, weil man mittlerweile in der Lage ist, genetische Informationen zu verwerten. Der wirkliche Täter wurde darauf bald gefaßt. Wäre dieser Gefangene aber hingerichtet worden, so hätte die Rechtsordnung und damit die Gesellschaft dessen Tod zu rechtfertigen. In meinen Augen kann fehlende Beweissicherheit aber kein Rechtfertigungsgrund sein, weil ein gleich großer Schutz vor dem Täter erreicht wird, wenn er bloß weggesperrt wird, was im Zweifelsfall aber auch wirklich lebenslang bedeuten sollte. Für einen zu unrecht Verurteilten ist das zwar immer noch bitter, aber es besteht immerhin die Möglichkeit der Entlastung und der Entlassung, was nach einer Exekution nicht möglich ist. Diese Alternative halte ich daher für vorzugswürdig. Kurz: für mich schließt die Möglichkeit eines Fehlurteils die Todesstrafe aus.

Was die Resozialisierung von Vergewaltigern und Kinderschändern angeht, bin ich sehr zurückhaltend. Die Sicherheit vor Menschen, die sich in gefährlicher Weise nicht steuern können, geht für mich im Zweifelsfall vor. Daß der Kindesmißbrauch zugenommen hat, glaube ich nicht. Glücklicherweise wird das Thema derzeit aber so enttabuisiert, daß sich die Opfer trauen, über das Geschehene zu sprechen und die Täter (meistens Familienangehörige oder Bekannte) zu benennen. Es werden heute darum einfach mehr Fälle aufgedeckt und öffentlich gemacht als früher. Diese Atmosphäre finde ich wichtig, damit die Opfer sich eben nicht zurückziehen müssen, sondern Hilfe erhalten können und damit die Täter aus dem Verkehr gezogen werden. Hieran zeigt sich, daß Kindesmißbrauch kein strafrechliches Problem ist, sondern ein gesellschaftliches.

Die Rechtsordnung ist in den Fällen zu kritisieren, in denen ein einschlägig bekannter oder gar verurteilter Täter in die Freiheit gelangt und rückfällig (was für ein harmloses Wörtchen) wird. Mehr als die Bestrafung und Sicherung bekannter Täter kann man von der Rechtsordnung jedoch nicht verlangen. Eine generalpräventive Wirkung von Strafe auf Triebtäter halte ich für Quatsch, so daß die große Aufarbeitung des schrecklichen Phänomens Kindesmißbrauch der gesamten Gesellschaft in allen Ebenen aufgetragen ist. Ein Lied wie "Goodbye to Jane" kann das Bewußtsein in der Gesellschaft vom Kindesmißbrauch zumindest schärfen. Ich finde es gut, wenn die Auseinandersetzung mit diesem Thema auf allen (auch musikalischen) Ebenen geschieht.

Bild-30

Emanzipierte Frauen

Frage: Was hältst Du von emanzipierten Frauen?

Sid: Ich fürchte, mit dem Emanzipationsbegriff wird mittlerweile viel Schindluder getrieben: Wenn sich das Verständnis von Emanzipation lediglich darauf beschränken sollte, daß Frauen meinen, den gleichen Blödsinn wie Typen machen zu müssen (z. B. zur Armee gehen), läuft da meiner Ansicht nach etwas schief. Bedeutet Emanzipation jedoch, daß Frauen sich nicht mehr von Männern unterbuttern lassen und selbsbewußt und stolz ihren eigenen Weg gehen, Stärke zeigen und ihr Leben unabhängig von patriarchalen Normen selbstbestimmt in die Hand nehmen, dann kann ich das nur begrüßen: Solche Frauen sind mir äußerst sympathisch! Ich könnte mir jedenfalls nicht vorstellen, in einer Partnerschaft mit einer Frau zu leben, die dem traditionellen Rollenmodell verhaftet ist, denn gerade in einer Beziehung ist es wichtig, daß zwei gleich starke bzw. gleichwertige Individuen aufeinander treffen!

Bild-31

Dead Culture?

Question: What is so fascinating in folklore? I mean it's a dead culture after all...?

Sid: Dead culture? Oh dear, you should travel once through Cornwall, Scotland, some of the more remote parts of Ireland or even through some outback regions of your country to realize how lively these dead cultures still are! Celtic Folklore has survived for ages and is still alive and kicking! It's only our modern society's ignorance and the arrogance of an americanized cultural attitude that makes us think folklore's just something to be found in your average rural museum.

Näx: Many folklores, especially the Irish, are very vivid cultures, because they are part of the national and regional identity. Maybe the folklorical, or better the ancient way, of life extincts, but times change and nobody wants to live in the past. On the other hand, many aspects of folklore and cultures are not bound to single periods as for example language, religion, literature, crafts, art or music. And they survive in many cultures for centuries, deriving from a dark, mysterious past.

somerset rural life museum pic

Drogen

Frage: Hast Du Erfahrungen mit Drogen? Gab es da irgendwelche krassen Abenteuer?

Sid: Da ich in der Punk-Szene groß geworden bin, gab es zwangsläufig einige Erlebnisse mit Drogen, die sich im Nachhinein immer ganz lustig anhören - doch im Lauf der Jahre gelangte ich zu der Einsicht, daß Drogen keine Hilfsmittel sind, um sich lediglich 'nen netten Abend zu machen, sondern daß sie "Lehrerpflanzen" im schamanistischen Sinn sind: Richtig angewendet ermöglichen sie den Übergang in die Anderswelt sowie außerkörperliche Erfahrungen - doch da die Wenigsten von uns schamanistische Fähigkeiten besitzen (mich eingeschlossen) und wir darüber hinaus den richtigen und respektvollen Umgang mit Drogen verlernt haben, möchte ich den Gebrauch von Drogen in keiner Form propagieren; weder in positivem noch in negativem Sinn (Fragwürdige Kampagnen wie die "Keine Macht den Drogen"-Initiative eines Staates, der sich zu einem nicht geringen Teil über die Einnahmen aus der Alkohol- und Tabaksteür finanziert, diskreditieren sich von selbst!), noch möchte ich sie in irgendeiner Form zum Symbol eines scheinbar libertinär-alternativen Gesellschaftsmodells hochstilisieren. Wenn jemand mit Drogen klar kommt: Schön für ihn oder sie, denn es gibt genug Menschen, die das nicht können. Nach allen Erfahrungen, die ich gemacht habe, bin ich jedenfalls zu dem Schluss gekommen, daß die beste Droge noch immer ein klarer Kopf ist.


Bild-32

Lieblingsbücher und -autoren

Frage: Welche Autoren bzw. Bücher liest Du am liebsten?

Sid: Was die Belletristik betrifft: Alle Discworld-Novels von Terry Pratchett sowie sämtliche Bücher von Douglas Adams, Joolz Denby und Nick Hornby. An SachbuchautorInnen lese ich sehr gerne Marija Gimbutas, Luisa Francia, Gerda Weiler, Peter James Carroll, Nicolas Hall und Barbara G. Walker. Ganz besonders ans Herz legen möchte ich allen, die an Märchen gefallen finden, Saheta Weiks "Drachinnengesänge", die glücklicherweise neu aufgelegt wurden.


Bild-33

Preferred Music

Question: What is your preferred music today and do you listen to underground bands as well?

Sid: I listen to a large variety of music: Classical stuff, Dub Reggae, Country & Western, Celtic Folk, TripHop, Punk (hence I love internet radio, as it gives me the chance to listen to stuff that would never be played on the ordinary airwaves!) - just to name a few: I don't make any differences between underground or commercial bands as long as the music itself does send shivers down my spine (which is quite hard these days, as I have to admit!).

Näx: I listen to Irish Folk Music and latin-american stuff from Cuba and Peru a lot. My favourite underground bands are The Chieftains and Afro Cuban All Stars... oh yes, and Buena Vista Social Club is also fuckin‘ great!

515428_356x237

Szenezugehörigkeit

Fühlt ihr euch der Gothic-Metal-Szene oder überhaupt einer bestimmten Szene zugehörig?

Näx: Nein, ich fühle mich keiner Szene zugehörig. Neben der von mir bevorzugten irischen Musik mag ich auch Musik aus anderen Stilrichtungen, so lange sie gut ist und mich berührt. Genauso freut es mich, wenn Menschen, die sich für eine Musikszene entschieden haben, unsere Musik hören und daran Spaß haben, einfach um der Musik und nicht um der Szene willen. Vielleicht entdecken diese Menschen bei uns Stile, die sie normalerweise nicht hören, oder in dieser Kombination noch nicht kannten.

Sid: Da jede Art von Szenezugehörigkeit automatisch eine Einschränkung des eigenen Blickwinkels bedeutet, halte ich mich erfolgreich aus jedwedem Szeneklüngel heraus bzw. bewege mich eigentlich ständig am Rande vieler verschiedener Szenen, aus denen ich mir dann das Beste herauspicke..."Szene" ist mir einfach zu engstirnig, als daß ich mich darin wohlfühlen könnte, und so würde ich mir auch wünschen, daß Antichrisis nicht nur von einer bestimmten Klientel vereinnahmt wird, denn das, was wir in unserer Musik zum Ausdruck bringen wollen, geht weit über irgendwelche Szenegrenzen hinaus.

Bild-36

Welt ohne Christentum?

Frage: Wie würde eurer Meinung nach die Welt ohne die Christianisierung aussehen?

Sid: Ich bezweifle stark, ob eine Welt ohne Christianisierung eine Bessere wäre, denn letztendlich stellt das Christentum nur eine Manifestation der Ignoranz, der Machtbesessenheit und der Intoleranz eines großen Teils der Menschheit dar. Die psychologischen Mechanismen und Verdrängungsstrukturen, deren sich die Kirche bedient, gab es schon vor der Etablierung des Christentums, und sie taucht auch in Gesellschaftsformen auf, die nicht christlich geprägt sind: Machtmißbrauch und Unterdrückung sind keine spezifisch christlichen Attribute, sondern scheinen grundsätzlich immer in männerdominierten Gesellschaften aufzutauchen - matriarchalen Gemeinschaften bzw. Völkern sind solche Strukturen weitestgehend fremd!

Näx: Ob die Geschichte ohne Christianisierung wesentlich unblutiger verlaufen wäre, wage ich zu bezweifeln, weil (irgendeine) Religion in der Regel nur der Vorwand oder das Vehikel für die Unterdrückung Dritter ist. Der Grund der Unterdrückung ist dann auch immer unreligiös. Ohne Christianisierung würden heute zumindest diejenigen Christen fehlen, die ihr Leben in erster Linie nach den christlichen Grundwerten ausrichten.


Bild-38

Ireland

Question: Why do you think is Ireland, the cradle of such beautiful music, torn apart by such stupid religious conflicts?

Sid: Because this country is a perfect example for the fatal combination of religious intolerance, historical injustice, and human stupidity! This conflict will never find an end as long as it's so much easier for some to hate than to forgive, and as long as there are always a few who stand to gain by the suffering of the people! Fancy that those who preach war and violence and who try to instigate the masses to carry on fighting are never those who have to bleed or suffer from destitution. But people love to follow leaders instead starting to think for themselves...

Näx: The Irish conflict is a political conflict hidden behind former religious problems, which are the result of the migration of people forced by English policy. As the Irish majority is tired of the civil war, I hope that the extremists of both sides give up their out-dated opinions, get into dialogue and finish their bloody fight that is of no use to anybody.

ira

Kirche und Glaube

Frage: Wie steht ihr zur Institution Kirche bzw. dem christlichen Glauben?

Sid: Ich halte weder etwas von Christentum noch von Kirche (die übrigens gemäß neutestamentarischer Quellen keinerlei Legitimation besitzt!), wobei ich mich hierbei nicht spezifisch gegen den christlichen Glauben im Besonderen, sondern gegen jede Art von organisierter Religion bzw. Philosophie, die eigenverantwortliches Denken und Handeln durch Dogmen ersetzt und kein Hinterfragen zuläßt, wende! Die Kirche hat im Lauf ihrer Geschichte eine Unzahl von grausamen Verbrechen begangen; sei es nun in Form der Kolonialisierung Südamerikas oder der Hexenverfolgung etc. Für diese Verbrechen hat sich die Kirche nie entschuldigt, geschweige denn Wiedergutmachung geleistet, und ein Buch wie der "Hexenhammer" ist auch heutzutage nach kanonischem Recht ein noch immer gültiges Regelwerk.

Näx: Ich für meinen Teil bin von einer katholischen Erziehung geprägt und stehe zu den christlichen Grundwerten. Der Amtskirche stehe ich dagegen kritisch gegenüber. Der Kern dieser Grundwerte kommt wohl in allen Religionen vor und nach meiner Meinung ist es wichtig, daß die Menschen überhaupt Prinzipien haben, die überindividuell und nicht egoistisch sind. Ob und wie der Einzelne solche Werte spirituell einbettet ist jedem sein Bier, wie man im Rheinland zu sagen pflegt.

Bild-39

Black Metal

Question: What comes to your mind when you think of Black Metal?

Sid: Just another fake teenage rebellion by predominantly male middle-class nitwits going through puberty, obviously taking pulp literature, b-movies and themselves much too seriously.

Tai_Shan

Versagen des Rechtssystems?

Frage: Findet ihr, daß in Hinsicht auf das Thema Kindesmißbrauch, das ihr in eurem Song "Goodbye to Jane" ansprecht, unser Rechtssystem versagt, da die Häufigkeit dieser Fälle scheinbar mehr und mehr zunimmt?

Sid: Die Justiz an sich ist eigentlich das falsche Mittel, um solchen Auswüchsen entgegenzusteuern, da jede Form von Rechtsprechung immer erst da ansetzt, wo das Kind sozusagen schon in den Brunnen gefallen ist. Natürlich muß ein Täter seiner gerechten Strafe überführt werden, doch noch besser wäre es, wenn unsere Gesellschaft eine solche wäre, in der solche Taten erst gar nicht vorkommen... Doch abgesehen davon kommt es mir schon so vor, als ob oftmals Täterschutz vor Opferschutz geht: Es ist zwar wichtig, die Frage nach den Ursachen der Tat zu stellen, doch dies darf niemals dazu führen, das Opfer aus den Augen zu verlieren, denn in erster Linie muß diesem Gerechtigkeit widerfahren, falls dies überhaupt noch möglich ist!

Bild-40

On the Spur of the Moment

Question: Your answers in the interviews I read are usually very witty, do you need some time to make up an answer or are you able to answer right away?

Sid: I wouldn't consider myself as being witty, but I do try to answer interview-questions as conscientious as possible without taking myself too serious... usually I'm answering questions right away: That's why I prefer telephone interviews, because they are much more of a dialogue.

Näx: I have studied the very young science of wit for some three or four years in Bologna, Lissabon, Calcutta and Nowosibirsk (a town which is very famous for the wit of it's citizens), etc. Unfortunately I neither speak any of the languages spoken there nor do I understand them. I also have to admit that I was no good student. Knowing only little about the theories of wit, it takes me a lot of time to write witty answers and I'm very poor in doing that. In fact, I don't like wits - they only make me laugh.

wilde

Religion in general

Question: I do sense some anti-Christian undertones in some of your lyrics. Do you have an opinion on religion in general?

Sid : As I am a very religious person myself I can't see anything wrong in believing in "higher" powers, but organized religion like Christianity is always a dangerous thing: I mean, who needs to have his or her personal beliefs organised by an institution? It's utterly senseless! Go and think for your own (as Granny Weatherwax would say), believe whatever you want to believe, but never try to force your religious point of view on others! The Goddesses and Gods are among us, they are in the wind, the trees, the fire, the earth and the sea and they'd also talk to us if we listened closely - but they most definitely don't write books and are not interested in anybody's sexual preferences (at least proper deities aren't!).

acff7df

Sherwood Forest

Question: It seems to me that the perfect time for you to live in would be England in XI. Century, Sherwood, Robin Hood thing like that... am I right?

Sid: Funny that youre mentioning England, because it really is my favourite country (especially Cornwall), no matter what time or age. But I'll have to admit that I'm not too much into all that medieval stuff like Robin Hood or King Arthur; moreover I'm interested in neolithic cultures and religions as presented in the booklet-illustrations of "A Legacy of Love".

Näx: Yes, I am fascinated by the middle ages and of course by the celtic countries at that time, but there is a litlle problem that makes it impossible for me to wish to have lived at that time: The Uilleann Pipes were developed in the 17th. century! This means I would have been forced to play an ancient, simpler and more shrill sounding form of bagpipes, like german or galician bagpipes or others. Oh no, I wouldn't want to miss my Uilleann Pipes.

robin-hood-1

Liebe und Tod

Frage: Viele eurer Songs beschäftigen sich mit der Liebe, dem Leben und dem Tod. Wie denkst Du über diese Dinge?

Sid: Gute Frage... Leben ist für mich gleichbedeutend mit Liebe, denn ein Leben ohne Liebe erscheint mir doch ziemlich sinnlos. Liebe wiederum ist das wunderbarste Geschenk und überwältigendste Gefühl, das ich mir vorstellen kann: Ich verdanke der Liebe die schönsten, doch gleichzeitig auch die schmerzhaftesten Momente meines Lebens - und an dieser Stelle kommt unvermeidlicherweise auch der Tod ins Spiel...

Dennoch empfinde ich das Leben als ein Geschenk; und selbst, wenn ich mich in den Untiefen, die das Leben ab und an mit sich bringt, alles andere als gut fühle, gehören die dunklen Momente ebenso dazu wie die lichten. Der Tod ist dabei ein natürlicher Bestandteil des Lebens, und ich finde es bedauerlich, daß er in unserer westlichen Zivilisation im Lauf der Jahrhunderte mit so viel Angst, Furcht und Tabus belegt wurde, anstatt ihn als integralen Bestandteil der Existenz zu begreifen.

Vor dem Tod selbst habe ich keine Angst, lediglich vor einem schmerzhaften Sterben - oder vor einem Sterben in einer anonymen, sterilen Klinik, anstatt in den letzten Stunden von geliebten Menschen umgeben zu sein.

Was das Leben in meinen Augen mitunter so schwierig macht, ist der Umstand, daß so viele unvorhergesehene Dinge eintreten können, was an sich ja eher erfreulich als belastend wäre; doch daß eben selbst das, was man für unvergänglich hält, plötzlich ein unvorhersehbares Ende nehmen kann. Der daraus resultierende Schmerz, die Trauer über ein verlorenes Glück, können schrecklich sein und es nahezu unmöglich machen, dem Leben noch etwas Positives abzugewinnen. Und obwohl ich die Ansicht vertrete, daß man sich oder dem Schicksal immer noch eine Chance zubilligen sollte, kann ich Menschen, die aus einer solchen Krisensituation heraus entschieden haben, ihrem Leben ein Ende zu setzen, durchaus verstehen: Niemand kann wirklich nachempfinden, wie sehr ein bestimmter Schmerz oder eine bestimmte Notlage einem anderen Menschen zusetzt. Selbstverständlich birgt jede Krise auch ein ungeheures Wachstumspotential für den Betroffenen in sich, doch man kann eben auch daran zerbrechen...

Bild-43

European Union

Question: Do you think the imposition of the EU laws and standards will help with things like sexism, racism, disrespect for nature?

Näx: Oh, I like EU laws. They have great effects on the measures of bananas and condoms - two things that definitely belong together!

Sid: I do hope so - but as laws are made by politicans who are not exactly the kind of good samaritans they pretend to be, there's always the chance that things can even get worse. Although I'm very glad we got rid off these national-border-business, I'm also aware of the negative consequences - look at the things happening on the german-czechoslovakian border: prostitution, organized crime, child abuse (and I don't blame just the Czechs for that: It's the german wankers that invade towns like Cheb or Teplice to satisfy their so-called "needs")... it would be great if these things could be changed by EU-laws, but unfortunately racism, sexism & denial of nature are just the outgrowth of (mostly male) human stupidity and narrowmindedness - and there's no EU-law aginst that!

european_union-1

Selbstmord

Frage: Was hältst Du von Menschen, die es nicht beim Nachdenken über Selbstmord belassen, sondern dies erfolgreich in die Tat umsetzen? Bist Du auch (wie ich) der Meinung, daß jeder (!) Mensch in seinem Leben Situationen erlebt, in denen er sich mehr oder weniger damit befaßt?

Sid: Ich kann und will nicht über andere Menschen urteilen, doch ich denke, daß es für jeden Menschen eine jeweils individuell unterschiedlich definierte Schwelle des Schmerzes gibt, die, wenn sie überschritten wird, auch Selbsttötung oder zumindest den Gedanken daran nach sich ziehen kann. Diese "Schmerzgrenze" als Außenstehender definieren oder bewerten zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, weil das Ausmaß der jeweils schmerzverursachenden Situation von jedem Menschen anders empfunden wird - wenn man selbst nicht darin steckt, kann man sich u. U. gar nicht vorstellen, was der betroffene Mensch da gerade durchmacht.


Bild-46

Previous Lifes

Question: Where would you go if you were able to fly with no limits of space or time? Who do you think have you been in previous lifes?

Sid : Hmm... though I'd like the idea of living in the matriarchal eras of Crete or Egypt, it seems quite reasonable to me to live here and now, which doesn't mean I'd be supposing we'd be living in the best of all worlds - but there is a spiritual purpose for us living exactly when and where we are, and I certainly don't want to mess around with universal orders!

Nevertheless I'd like to be able to live without any restrictions in freedom, peace and tranquillity somewhere by the sea (preferably Cornwall), and I hope I'll make it in this present incarnation... but most of all I'd like to live with the one I love, no matter what time or space as long as we are together forever! Maybe I'm just one of the last remaining hippies (although black-clothed and short-haired) because I still think that love, peace and understanding aren't such bad ideas.

I've received fragments of previous lifes in dreams and visions, and so far I've never been someone significant in historical terms. Best thing in social standards I've ever achieved was being an abbot in a little monastery in medieval times... seems I'm leaving all those V.I.P.-incarnations to other people.

sp_time7

Musik und Mißstände

Frage: Glaubt ihr, daß ihr mit der Musik von Antichrisis bestimmte Mißstände anprangern könnt und vielleicht sogar solltet?

Sid: Natürlich! Wenn ich das Thema Kindesmißhandlung (wie in "Goodbye to Jane") aufgreifen will, warum nicht? Musik kann durchaus als Vehikel, um soziale oder politische Mißstände anzuprangern, benutzt werden und diesbezüglich Einiges bewirken. Ich halte überhaupt nichts von den Statements einiger Musiker, die die Meinung vertreten, Politik habe nichts in der Musik zu suchen. Es gibt meiner Meinung nach ganz hervorragende politische Songs oder auch Bands wie z. B. “Rage against the Machine” - was immer man auch musikalisch von ihnen halten mag. Doch wenn ich Interviews mit Mitgliedern von RATM lese, merke ich schon, daß sehr viel persönliches Engagement hinter dieser Band steckt und davor habe ich grossen Respekt.


Bild-48

Heaven and Hell

Question: What do you think happens to us after we die? Do you believe that there's a heaven and hell or do you think that "hell" is where we are now and "heaven" (not the christian idea of heaven) is a place that we will be granted after our physical death?

Sid: I don't think that there's something like heaven or hell according to Christian mythology: Damnation or salvation are not being granted or caused by some weird deity, but lie within us.

I don't consider this world we're living in as some kind of hellish place, although some people are trying very hard to make it exactly like that: Of course there's injustice, malevolence and cruelty - but there's also beauty, love and magnificence, and maybe it's one of the most confusing experiences to realize that both heaven and hell seem to exist on the same planet at the same time, It's up to us to a certain extent whether we do open our hearts and souls to misery or to happiness, which isn't always easy, but I know too many people who love to play the part of the "poor miserable bugger" instead of opening themselves to the beauty and the kindness that's also on this life's menu: It seems much easier to arrange oneself with being perpetually victimized instead of taking responsibility for one's destiny!

If we really wanted to create heaven on Earth, we could do that easily... but that goes also for hell!

the_Damned

Biblische Mißverständnisse?

Frage: Würdet ihr die Bibel mit dem Christentum gleichsetzen oder nicht? Anders gefragt: Würdet ihr die Bibel als ein zwar gutes, aber gründlich mißverstandenes Buch bezeichnen?

Sid: Da die Bibel die verbindliche schriftliche Grundlage des Christentums (und im Falle des Alten Testaments auch des Judentums) darstellt, halte ich eine Gleichsetzung von Bibel und Christentum für gerechtfertigt, wobei sich die überwiegende Mehrheit der Christen in dem Irrglauben ergeht, bei den Büchern des alten und neuen Testaments würde es sich um "Gottes eigenes Wort" handeln, "als ob die hohen Himmel sich geöffnet hätten und wir Gott hörten, wie er mit menschlicher Stimme zu uns spricht" (nach D. Burgon: "The Holy Bible", Canterbury 1878).

Diese Annahme läßt sich mittlerweile allerdings nicht mehr aufrechterhalten; erschien doch bereits im Jahre 1889 ein von katholischen Gelehrten verfasster Sammelband ("Lux Mundi"), der mit der angeblichen Historizität und göttlichen Inspiration der Bibel aufräumt, indem eingestanden wird, daß es sich bei der Bibel um eine "wirre Masse von Mythen, Legenden und verstümmelter geschichtlicher Tatsachen einschließlich zahlreicher sich widersprechender Fakten" handelt (zitiert nach A. D. White: "A History of Warfare of Science with Theology in Christendom", New York 1955). In diesem Zusammenhang erstaunt es die Kenner christlicher Wahrheitsliebe wenig, daß im Jahre 1897 die Index-Kongretaion unter Papst Leo XII. jegliche weiteren diesbezüglichen Forschungen über die Ursprünge der biblischen Texte unter Androhung der Exkommunikation untersagte.

In Bezug auf die Authentizität der Bibel wurde die Legende verbreitet, daß das Alte Testament im 3. Jahrhundert v.u.Z. von 72 Übersetzern des Ptolemäus auf der Insel Pharos in 72 Tagen vom Hebräischen ins Griechische übertragen worden sei (daher auch der Name "Septuaginta" für diese Übersetzung, wobei der numerologische Symbolismus dieser Legende auf die 72 kabbalistischen Gottesnamen Bezug nimmt). Nach Ablauf der 72 Tage wurden die Übersetzungen miteinander verglichen und man stellte fest, daß sie Wort für Wort miteinander übereinstimmten. Zu schön, um wahr zu sein, denn die tatsächliche Geschichte der Bibel verlief um Einiges ungeordneter: Im 1. Jahrhundert v.u.Z. tauchte erstmals eine Sammlung loser Texte auf, die im 1. Jahrhundert n.u.Z. von den Juden in der ägyptischen Diaspora als heilig akzeptiert und von den Christen übernommen wurde - und danach erlebten diese Texte unzählige Veränderungen und Redigierungen: Im 4. Jahrhundert n.u.Z. fertigte Hieronymus eine bemerkenswert ungenaue und lückenhafte Übersetzung des Basistextes, die Vulgata, die deutlich vom Original abwich.