1998
Confessions
13/12/1998 16:05 Filed in: Lyrics | Entries in
English
Question: You don't feel
shy about expressing your most peronal emotions in
this naked form. Do you want to confess all your
sins? Does the audience have a totally passive role?
Sid: I don't think in terms like guilt or sin: they mean nothing to me - and as there's no such thing like sin, there's also nothing to confess! I don't think that the harrowing affairs I've experienced are some kind of punishment for something I might have done wrong - they are simply something I had to experience to fulfill my karmic destiny, and it's on me to learn or to reject the learning objective...
Of course the audience has a passive role insofar as listening to music on tape or CD isn't exactly what one would call an interactive process - and after all I don't care what kind of expectations an audience might have.
Sid: I don't think in terms like guilt or sin: they mean nothing to me - and as there's no such thing like sin, there's also nothing to confess! I don't think that the harrowing affairs I've experienced are some kind of punishment for something I might have done wrong - they are simply something I had to experience to fulfill my karmic destiny, and it's on me to learn or to reject the learning objective...
Of course the audience has a passive role insofar as listening to music on tape or CD isn't exactly what one would call an interactive process - and after all I don't care what kind of expectations an audience might have.

Metal Ingratiation
03/12/1998 17:19 Filed in: Albums | Entries in
English
Question: It seems to me
that sometimes in your music you wanna appeal to a
metal audience like on "Trying not to breathe".Why is
this so? I mean you should rather stick to that
beautiful quality of songs like "Baleias
Bailando".
Sid: I never try to appeal to any kind of audience! If this would be the case then I'd certainly do completely different stuff! All I'm trying to do with Antichrisis is meeting my own expectations which is to come up with the most approbriate musical expression that the idea behind a song requires: Sometimes it takes the shape of a soft piano ballad, of a folk song or even of a metal-like piece of music as it did on "Trying not to breathe". It's the song that asks for its proper musical manifestation, not the audience's anticipation!
Sid: I never try to appeal to any kind of audience! If this would be the case then I'd certainly do completely different stuff! All I'm trying to do with Antichrisis is meeting my own expectations which is to come up with the most approbriate musical expression that the idea behind a song requires: Sometimes it takes the shape of a soft piano ballad, of a folk song or even of a metal-like piece of music as it did on "Trying not to breathe". It's the song that asks for its proper musical manifestation, not the audience's anticipation!

The Farewell
29/11/1998 15:38 Filed in: Lyrics | Entries in
English
Question: "The Farewell"
can be considered as a summary of all the songs on "A
Legacy of Love" with a ray of hope at the end, right?
Anyway, I cannot understand the last line (due to my
ignorance of German language): Would you mind to
translate "Ich liebe Dich fuer immer"?
Sid: "Ich liebe Dich fuer immer" simply means "I love you forever": The most beautiful thing someone can say to you, but eventually also the greatest lie of all! There is no ray of hope at the end of "The Farewell", but a yearning for everlasting sleep and tranquility.
Sid: "Ich liebe Dich fuer immer" simply means "I love you forever": The most beautiful thing someone can say to you, but eventually also the greatest lie of all! There is no ray of hope at the end of "The Farewell", but a yearning for everlasting sleep and tranquility.

Folk im Vordergrund
Frage: Mir fiel auf, daß
"A Legacy of Love" sehr viel folk-orientierter ist
als euer Debüt-Album, besonders in Bezug auf den
irischen Dudelsack. Wie genau seid ihr auf die Idee
gekommen, gerade dieses Element vorrangig zu
verwenden? Und woher kommen die vielfältigen
Einflüße?
Sid: Da ich die Stücke für Antichrisis grundsätzlich auf der akustischen Gitarre komponiere, ist es naheliegend, daß sich dabei schnell eine folkloristische Note einschleicht: Die E-Gitarre spielt auf "A Legacy of Love" keine grosse Rolle bzw. wird (von einigen Soli abgesehen) nur an wenigen Stellen zur Untermalung eingesetzt. Tja, und da Näx ein hervorragender Piper ist, der den Dudelsack genau so spielt, wie ich es mir vorstelle, ergibt sich aus dieser Kombination automatisch ein stärkerer Folk-Einfluß...
Ich liebe den irischen Dudelsack wegen seiner natürlichen Klangfarbe: Richtig gespielt bringt er diesen klagenden und sehnsuchtsvollen Ton zustande, der genau zur Musik von Antichrisis paßt - und darüber hinaus finde ich es vom Konzept her interessant, diesem traditionellen Instrument die Funktion zuzuteilen, die normalerweise - zumindest in der Rockmusik - die E-Gitarre inne hat. Nimm z. B. einen Song wie "Baleias": In der Version auf dem Debut-Album war das Stück noch vom E-Gitarren-Sound dominiert, während er in der neuen Version auf "A Legacy of Love" lediglich mittels akustischer Instrumenten vorgetragen wird - und trotzdem wirkt der Song in der Neufassung dynamischer, weil er vom rhythmischen Gerüst her wie ein traditionelles irisches Tanzstück gehalten wurde....es gibt eine solch reichhaltige musikalische Tradition in der irischen Musik, von der ich mich nur zu gerne inspirieren lasse.
Die vielfältigen Einflüße in der Musik von Antichrisis kommen daher, daß ich beim Verfassen eines Songs niemals einer bestimmten Vorstellung folge: Manchmal bin ich selbst überrascht, in welche Richtung sich ein Stück entwickelt. Doch ich selbst bestimme nie, wie die Umsetzung zu geschehen hat: Jeder Song wählt seinen eigenen Weg, indem sich der Inhalt die passende Form sucht - und diese Arbeitsweise verhindert, daß Antichrisis auf einen bestimmten Stil festgenagelt werden könnte. Zwar finden sich bei Antichrisis Elemente von Gothic, Dark Wave, Folk, Metal, Grunge usw., doch kann unsere Musik niemals auf lediglich eine dieser Spielarten reduziert werden; und sie ist auch weit davon entfernt, lediglich einen Crossover darzustellen, weil jedes dieser Elemente nur dann zum Einsatz kommt, wenn es der Logik des jeweiligen Songs folgend auch seine Berechtigung hat....das alles klingt jetzt vermutlich ziemlich kopflastig, ist aber im Grunde genommen ein organischer Prozess, der es mir erlaubt, mich eines äußerst breiten Spektrums unterschiedlichster Stilistiken zu bedienen.
Näx: Die Songs des neuen Albums sind von der Anlage her folkiger, weil der unverzerrte Klang der Instrumente den meisten Stücken gerechter wird als ein Metal-lastiger Sound. Die klangliche Veränderung hat ihren Grund aber auch darin, daß der Inhalt der Stücke ein anderer ist als auf "Cantara Anachoreta". Wo es paßte, haben wir E-Gitarren & Distortion eingesetzt, aber ein Stück wie "Dancing in the Midnight Sun" würde im reinen Metal-Gewand wohl kaum wirken. Das Folk-Feeling wird schließlich dadurch verstärkt, daß wir auch folkloristische Instrumente wie irischen Dudelsack, Flöten oder Mandoline einsetzen. Zum Einen bauen wir traditionelle irische Stücke in die Songs ein, zum Anderen nutzen wir den "folkigen" Klang der Pipes, um damit Soli oder Begleitungen zu spielen, die sonst normalerweise die E-Gitarre übernimmt.
Sid: Da ich die Stücke für Antichrisis grundsätzlich auf der akustischen Gitarre komponiere, ist es naheliegend, daß sich dabei schnell eine folkloristische Note einschleicht: Die E-Gitarre spielt auf "A Legacy of Love" keine grosse Rolle bzw. wird (von einigen Soli abgesehen) nur an wenigen Stellen zur Untermalung eingesetzt. Tja, und da Näx ein hervorragender Piper ist, der den Dudelsack genau so spielt, wie ich es mir vorstelle, ergibt sich aus dieser Kombination automatisch ein stärkerer Folk-Einfluß...
Ich liebe den irischen Dudelsack wegen seiner natürlichen Klangfarbe: Richtig gespielt bringt er diesen klagenden und sehnsuchtsvollen Ton zustande, der genau zur Musik von Antichrisis paßt - und darüber hinaus finde ich es vom Konzept her interessant, diesem traditionellen Instrument die Funktion zuzuteilen, die normalerweise - zumindest in der Rockmusik - die E-Gitarre inne hat. Nimm z. B. einen Song wie "Baleias": In der Version auf dem Debut-Album war das Stück noch vom E-Gitarren-Sound dominiert, während er in der neuen Version auf "A Legacy of Love" lediglich mittels akustischer Instrumenten vorgetragen wird - und trotzdem wirkt der Song in der Neufassung dynamischer, weil er vom rhythmischen Gerüst her wie ein traditionelles irisches Tanzstück gehalten wurde....es gibt eine solch reichhaltige musikalische Tradition in der irischen Musik, von der ich mich nur zu gerne inspirieren lasse.
Die vielfältigen Einflüße in der Musik von Antichrisis kommen daher, daß ich beim Verfassen eines Songs niemals einer bestimmten Vorstellung folge: Manchmal bin ich selbst überrascht, in welche Richtung sich ein Stück entwickelt. Doch ich selbst bestimme nie, wie die Umsetzung zu geschehen hat: Jeder Song wählt seinen eigenen Weg, indem sich der Inhalt die passende Form sucht - und diese Arbeitsweise verhindert, daß Antichrisis auf einen bestimmten Stil festgenagelt werden könnte. Zwar finden sich bei Antichrisis Elemente von Gothic, Dark Wave, Folk, Metal, Grunge usw., doch kann unsere Musik niemals auf lediglich eine dieser Spielarten reduziert werden; und sie ist auch weit davon entfernt, lediglich einen Crossover darzustellen, weil jedes dieser Elemente nur dann zum Einsatz kommt, wenn es der Logik des jeweiligen Songs folgend auch seine Berechtigung hat....das alles klingt jetzt vermutlich ziemlich kopflastig, ist aber im Grunde genommen ein organischer Prozess, der es mir erlaubt, mich eines äußerst breiten Spektrums unterschiedlichster Stilistiken zu bedienen.
Näx: Die Songs des neuen Albums sind von der Anlage her folkiger, weil der unverzerrte Klang der Instrumente den meisten Stücken gerechter wird als ein Metal-lastiger Sound. Die klangliche Veränderung hat ihren Grund aber auch darin, daß der Inhalt der Stücke ein anderer ist als auf "Cantara Anachoreta". Wo es paßte, haben wir E-Gitarren & Distortion eingesetzt, aber ein Stück wie "Dancing in the Midnight Sun" würde im reinen Metal-Gewand wohl kaum wirken. Das Folk-Feeling wird schließlich dadurch verstärkt, daß wir auch folkloristische Instrumente wie irischen Dudelsack, Flöten oder Mandoline einsetzen. Zum Einen bauen wir traditionelle irische Stücke in die Songs ein, zum Anderen nutzen wir den "folkigen" Klang der Pipes, um damit Soli oder Begleitungen zu spielen, die sonst normalerweise die E-Gitarre übernimmt.

Sad Side of Love
19/11/1998 13:57 Filed in: Albums | Entries in
English
Question: Although love
brings happiness (and sometimes sadness), "A Legacy
of Love" is full of sorrow. Did you want to describe
the sad side of love?
Sid: It wasn't my intention at first place to record a mostly desperate album, but fate turned out to be just that way: I lost a wonderful and precious love at that time, and divine ordinances of that kind are not supposed to make you write happy songs!
I felt so incredibly sad when I wrote those songs, and the process of writing them was like building up some kind of armoury against an engulfing darkness. Nevertheless I've also tried to show that there's more to love than just sorrow and despair, and so I put 2 songs on "A Legacy of Love" to picture as well its unbelievable beauty: "Nightswan" and "Planet Kyrah". Both songs were originally written at a time when I was still together with my former girlfriend, and so they accidently became aural sculptures of this love's chastity, innocence and virtousness.
Maybe it was the hardest part for me to perform these 2 songs in the studio, because they reminded me too much of what I had lost, but at the same time they are reminiscences of a very beautiful time in my life!
No, really, I would have wanted this album not to become as sad and sorrowful as it did, but sometimes one just cant help it.
Sid: It wasn't my intention at first place to record a mostly desperate album, but fate turned out to be just that way: I lost a wonderful and precious love at that time, and divine ordinances of that kind are not supposed to make you write happy songs!
I felt so incredibly sad when I wrote those songs, and the process of writing them was like building up some kind of armoury against an engulfing darkness. Nevertheless I've also tried to show that there's more to love than just sorrow and despair, and so I put 2 songs on "A Legacy of Love" to picture as well its unbelievable beauty: "Nightswan" and "Planet Kyrah". Both songs were originally written at a time when I was still together with my former girlfriend, and so they accidently became aural sculptures of this love's chastity, innocence and virtousness.
Maybe it was the hardest part for me to perform these 2 songs in the studio, because they reminded me too much of what I had lost, but at the same time they are reminiscences of a very beautiful time in my life!
No, really, I would have wanted this album not to become as sad and sorrowful as it did, but sometimes one just cant help it.

Wer schreibt die Songs?
Frage: Die Songs auf "A
Legacy of Love" klingen gefühlsbetont und mitreissend
zugleich - wer ist bei euch für die Musik
verantwortlich?
Näx: Verantwortlich für die Songs ist bei uns Sid. Bevor er die Stücke schreibt, erlebt er sie erst mal - das ist auch der Grund, warum die Musik so gefühlsbetont ist. Wenn das Gerüst eines Stückes steht, wird es gemeinsam ausgebaut und weiterentwickelt. Wir lassen uns mit dem Arrangieren genügend Zeit, damit das, was durch das Stück vermittelt werden soll, auch hörbar wird.
Sid: Vielleicht ist das, was Antichrisis am meisten von vielen anderen Bands unterscheidet, einfach der Umstand, daß es bei uns nicht um irgendwelche erfundenen Geschichten, übernommene Klischees oder aufgesetzten Images geht, sondern daß sich in den Songs meine Gefühlswelt völlig unverstellt präsentiert. Durch die Musik trage ich mein Innerstes nach Aussen. Jeder, der meine Musik hört oder meine Texte liest, hat praktisch direkten Zugriff auf meine innere Erlebniswelt. Noch direkter, verletzbarer und offener als in meinen Songs kann ich im Grunde genommen kaum werden, und diese Direktheit kann den Zuhörer bei entsprechender Bereitschaft, für die Dauer eines Songs meine Welt zu betreten, natürlich stark berühren: Ich lasse ihn ohne jegliche Zensur oder Selbstschutzmechanismen an allen Höhen und Tiefen, die ich durchlebt habe, teilnehmen.
Was den ausschließlich handwerklichen Aspekt von Antichrisis betrifft, so gebe ich diesbezüglich quasi den Rahmen vor, innerhalb dessen sich alle anderen beteiligten MusikerInnen völlig frei bewegen können. Zwar schreibe ich die Songs und lege dadurch die grundsätzliche Richtung fest, doch ich habe gleichzeitig grossen Respekt den künstlerischen Fähigkeiten aller anderen Beteiligten, so daß ich ihnen niemals vorschreiben würde, was sie zu tun haben - ich lege höchstens mein Veto ein, wenn mir ein Beitrag mal gar nicht gefallen sollte, was allerdings nur selten vorkommt.
Näx: Verantwortlich für die Songs ist bei uns Sid. Bevor er die Stücke schreibt, erlebt er sie erst mal - das ist auch der Grund, warum die Musik so gefühlsbetont ist. Wenn das Gerüst eines Stückes steht, wird es gemeinsam ausgebaut und weiterentwickelt. Wir lassen uns mit dem Arrangieren genügend Zeit, damit das, was durch das Stück vermittelt werden soll, auch hörbar wird.
Sid: Vielleicht ist das, was Antichrisis am meisten von vielen anderen Bands unterscheidet, einfach der Umstand, daß es bei uns nicht um irgendwelche erfundenen Geschichten, übernommene Klischees oder aufgesetzten Images geht, sondern daß sich in den Songs meine Gefühlswelt völlig unverstellt präsentiert. Durch die Musik trage ich mein Innerstes nach Aussen. Jeder, der meine Musik hört oder meine Texte liest, hat praktisch direkten Zugriff auf meine innere Erlebniswelt. Noch direkter, verletzbarer und offener als in meinen Songs kann ich im Grunde genommen kaum werden, und diese Direktheit kann den Zuhörer bei entsprechender Bereitschaft, für die Dauer eines Songs meine Welt zu betreten, natürlich stark berühren: Ich lasse ihn ohne jegliche Zensur oder Selbstschutzmechanismen an allen Höhen und Tiefen, die ich durchlebt habe, teilnehmen.
Was den ausschließlich handwerklichen Aspekt von Antichrisis betrifft, so gebe ich diesbezüglich quasi den Rahmen vor, innerhalb dessen sich alle anderen beteiligten MusikerInnen völlig frei bewegen können. Zwar schreibe ich die Songs und lege dadurch die grundsätzliche Richtung fest, doch ich habe gleichzeitig grossen Respekt den künstlerischen Fähigkeiten aller anderen Beteiligten, so daß ich ihnen niemals vorschreiben würde, was sie zu tun haben - ich lege höchstens mein Veto ein, wenn mir ein Beitrag mal gar nicht gefallen sollte, was allerdings nur selten vorkommt.

Sherwood Forest
20/10/1998 18:38 Filed in: Miscellaneous
| Entries in
English
Question: It seems to me
that the perfect time for you to live in would be
England in XI. Century, Sherwood, Robin Hood thing
like that... am I right?
Sid: Funny that youre mentioning England, because it really is my favourite country (especially Cornwall), no matter what time or age. But I'll have to admit that I'm not too much into all that medieval stuff like Robin Hood or King Arthur; moreover I'm interested in neolithic cultures and religions as presented in the booklet-illustrations of "A Legacy of Love".
Näx: Yes, I am fascinated by the middle ages and of course by the celtic countries at that time, but there is a litlle problem that makes it impossible for me to wish to have lived at that time: The Uilleann Pipes were developed in the 17th. century! This means I would have been forced to play an ancient, simpler and more shrill sounding form of bagpipes, like german or galician bagpipes or others. Oh no, I wouldn't want to miss my Uilleann Pipes.
Sid: Funny that youre mentioning England, because it really is my favourite country (especially Cornwall), no matter what time or age. But I'll have to admit that I'm not too much into all that medieval stuff like Robin Hood or King Arthur; moreover I'm interested in neolithic cultures and religions as presented in the booklet-illustrations of "A Legacy of Love".
Näx: Yes, I am fascinated by the middle ages and of course by the celtic countries at that time, but there is a litlle problem that makes it impossible for me to wish to have lived at that time: The Uilleann Pipes were developed in the 17th. century! This means I would have been forced to play an ancient, simpler and more shrill sounding form of bagpipes, like german or galician bagpipes or others. Oh no, I wouldn't want to miss my Uilleann Pipes.

Liebe und Tod
26/09/1998 09:33 Filed in: Miscellaneous
| Einträge auf
Deutsch
Frage: Viele eurer Songs
beschäftigen sich mit der Liebe, dem Leben und dem
Tod. Wie denkst Du über diese Dinge?
Sid: Gute Frage... Leben ist für mich gleichbedeutend mit Liebe, denn ein Leben ohne Liebe erscheint mir doch ziemlich sinnlos. Liebe wiederum ist das wunderbarste Geschenk und überwältigendste Gefühl, das ich mir vorstellen kann: Ich verdanke der Liebe die schönsten, doch gleichzeitig auch die schmerzhaftesten Momente meines Lebens - und an dieser Stelle kommt unvermeidlicherweise auch der Tod ins Spiel...
Dennoch empfinde ich das Leben als ein Geschenk; und selbst, wenn ich mich in den Untiefen, die das Leben ab und an mit sich bringt, alles andere als gut fühle, gehören die dunklen Momente ebenso dazu wie die lichten. Der Tod ist dabei ein natürlicher Bestandteil des Lebens, und ich finde es bedauerlich, daß er in unserer westlichen Zivilisation im Lauf der Jahrhunderte mit so viel Angst, Furcht und Tabus belegt wurde, anstatt ihn als integralen Bestandteil der Existenz zu begreifen.
Vor dem Tod selbst habe ich keine Angst, lediglich vor einem schmerzhaften Sterben - oder vor einem Sterben in einer anonymen, sterilen Klinik, anstatt in den letzten Stunden von geliebten Menschen umgeben zu sein.
Was das Leben in meinen Augen mitunter so schwierig macht, ist der Umstand, daß so viele unvorhergesehene Dinge eintreten können, was an sich ja eher erfreulich als belastend wäre; doch daß eben selbst das, was man für unvergänglich hält, plötzlich ein unvorhersehbares Ende nehmen kann. Der daraus resultierende Schmerz, die Trauer über ein verlorenes Glück, können schrecklich sein und es nahezu unmöglich machen, dem Leben noch etwas Positives abzugewinnen. Und obwohl ich die Ansicht vertrete, daß man sich oder dem Schicksal immer noch eine Chance zubilligen sollte, kann ich Menschen, die aus einer solchen Krisensituation heraus entschieden haben, ihrem Leben ein Ende zu setzen, durchaus verstehen: Niemand kann wirklich nachempfinden, wie sehr ein bestimmter Schmerz oder eine bestimmte Notlage einem anderen Menschen zusetzt. Selbstverständlich birgt jede Krise auch ein ungeheures Wachstumspotential für den Betroffenen in sich, doch man kann eben auch daran zerbrechen...
Sid: Gute Frage... Leben ist für mich gleichbedeutend mit Liebe, denn ein Leben ohne Liebe erscheint mir doch ziemlich sinnlos. Liebe wiederum ist das wunderbarste Geschenk und überwältigendste Gefühl, das ich mir vorstellen kann: Ich verdanke der Liebe die schönsten, doch gleichzeitig auch die schmerzhaftesten Momente meines Lebens - und an dieser Stelle kommt unvermeidlicherweise auch der Tod ins Spiel...
Dennoch empfinde ich das Leben als ein Geschenk; und selbst, wenn ich mich in den Untiefen, die das Leben ab und an mit sich bringt, alles andere als gut fühle, gehören die dunklen Momente ebenso dazu wie die lichten. Der Tod ist dabei ein natürlicher Bestandteil des Lebens, und ich finde es bedauerlich, daß er in unserer westlichen Zivilisation im Lauf der Jahrhunderte mit so viel Angst, Furcht und Tabus belegt wurde, anstatt ihn als integralen Bestandteil der Existenz zu begreifen.
Vor dem Tod selbst habe ich keine Angst, lediglich vor einem schmerzhaften Sterben - oder vor einem Sterben in einer anonymen, sterilen Klinik, anstatt in den letzten Stunden von geliebten Menschen umgeben zu sein.
Was das Leben in meinen Augen mitunter so schwierig macht, ist der Umstand, daß so viele unvorhergesehene Dinge eintreten können, was an sich ja eher erfreulich als belastend wäre; doch daß eben selbst das, was man für unvergänglich hält, plötzlich ein unvorhersehbares Ende nehmen kann. Der daraus resultierende Schmerz, die Trauer über ein verlorenes Glück, können schrecklich sein und es nahezu unmöglich machen, dem Leben noch etwas Positives abzugewinnen. Und obwohl ich die Ansicht vertrete, daß man sich oder dem Schicksal immer noch eine Chance zubilligen sollte, kann ich Menschen, die aus einer solchen Krisensituation heraus entschieden haben, ihrem Leben ein Ende zu setzen, durchaus verstehen: Niemand kann wirklich nachempfinden, wie sehr ein bestimmter Schmerz oder eine bestimmte Notlage einem anderen Menschen zusetzt. Selbstverständlich birgt jede Krise auch ein ungeheures Wachstumspotential für den Betroffenen in sich, doch man kann eben auch daran zerbrechen...

The Sea
28/08/1998 17:27 Filed in: Lyrics | Entries in
English
Question: You've used a
couple of french expressions in "The Sea". Have you
chosen them to create a special feeling? Why?
Sid: I've chosen these french expressions just because they sound more poetic to me than the english or german ones: I'm always choosing words for the lyrics with great care, because words are not just a chain of vowels and consonants, moreover they possess sounds and images of their own that have to fit perfectly to the corresponding song.
Sid: I've chosen these french expressions just because they sound more poetic to me than the english or german ones: I'm always choosing words for the lyrics with great care, because words are not just a chain of vowels and consonants, moreover they possess sounds and images of their own that have to fit perfectly to the corresponding song.

Clannad or Mike Oldfield?
13/08/1998 17:46 Filed in: Music | Entries in
English
Question: Will I make
you laugh if I said that you have a possibility to
become as good and well known as MIKE OLDFIELD or
CLANNAD? Of course in the future...
Sid: No, you won't...although I think it's a bit tricky to compare a young band like Antichrisis with renown and established acts like Mike Oldfield or Clannad (By the way: Mike Oldfield's "Voyager" is one of my favourite albums - highly recommendable!), because they've already proved their firmness and continousness throughout the years, whereas time has to tell if Antichrisis will achieve the same capability - but I'm quite confident, anyway...
Näx: Well, I personally think that it is nearly impossible to reach Clannad's standard, but be assured that we're working on it.
Sid: No, you won't...although I think it's a bit tricky to compare a young band like Antichrisis with renown and established acts like Mike Oldfield or Clannad (By the way: Mike Oldfield's "Voyager" is one of my favourite albums - highly recommendable!), because they've already proved their firmness and continousness throughout the years, whereas time has to tell if Antichrisis will achieve the same capability - but I'm quite confident, anyway...
Näx: Well, I personally think that it is nearly impossible to reach Clannad's standard, but be assured that we're working on it.

Zur Bedeutung des Namens "Antichrisis"
14/07/1998 18:29 Filed in: About
Antichrisis | Einträge auf
Deutsch
Frage: Der Name
Antichrisis ist ja ein Anagramm, das ursprünglich
"Heilige Tänze zu Ehren der Göttin Isis" bedeutet.
Hat dies mit Isis' Rolle als "Alma Mater" in der
ägyptischen bzw. mediterranen Welt zu tun, als
Herrscherin über Leben und Tod? Laut Robert
Ranke-Graves leitet sich Isis von Ish-ish ab, was
soviel wie "Sie, die weint" heisst und soll u. a. mit
der Vorstellung zusammenhängen, daß der Mond, den sie
verkörpert, den Morgentau fallen läßt. Andererseits
wird ihr Weinen auch als Trauer um den von Seth
erschlagenen Osiris verstanden und hängt mit dem
ewigen Kampf der Sonnenkönige um die Gunst der
Grossen Mutter bzw. der Mondgöttin zusammen. Welche
Vorstellungen habt ihr von Isis' Herkunft und ihrer
religionsgeschichtlichen Bedeutung? Ein anderes
schlaues Buch verriet mir, daß Isis Ra's geheimen
Namen gewußt haben soll und deshalb so mächtig wurde.
Was hat Isis diese Macht gegeben und Ra erpressbar
gemacht? Und wäre es - um auf Antichrisis
zurückzukommen - nicht naheliegender gewesen, auf den
Namen einer Göttin wie Hekate, Artemis oder Freya
zurückzugreifen? Weshalb ausgerechnet eine unserem
Kulturraum fremde Gestalt wie Isis? Und wie stellt
ihr sie euch vor bzw. wie nehmt ihr sie war?
Sid: Au Mann, das wird wohl ein längerer Exkurs in Religionsgeschichte und Ägyptologie! Also: Der gute Robert Ranke-Graves hat mit dem Buch "Die Weisse Göttin", auf dessen Thesen Du Dich hier berufst, zwar ein häufig zitiertes, jedoch mitunter recht spekulatives Werk verfasst, das in Hinsicht auf wissenschaftliche Methodik doch Einiges zu wünschen übrig läßt. Entgegen seinen Angaben bedeutet "Ish-Ish" - das korrekterweise "Ashesh" heissen müßte - nicht "Sie, die weint", sondern "Das Ausgießen" bzw. "Das Ernähren", was als Hinweis darauf verstanden werden kann, daß die göttliche Essenz der Isis alle anderen Götter und Geschöpfe nährte und somit am Leben erhielt (nach A. E. Wallis Budge: "Gods of the Egyptians" New York 1969).
Es erschiene auch etwas absurd, eine Göttin, die den Status einer Alma Mater inne hat, auf eine lediglich um ihren geliebten trauernde Figur reduzieren zu wollen. Isis' wahre Bedeutung erschließt sich vielmehr aus einem von Lucius Apuleius (ca. 125 - 180 n.u.Z.) verfassten Hymnus aus seinen "Metamorphosen", in dem es u. a. heißt:
"Heilige Frau und Menschenretterin immerdar, allzeit hilfreicher Hort aller Erdenkinder; ja, Du erweisest süße Mutterliebe den Elenden und Geschlagenen! Nicht Tag noch Nacht oder auch nur ein kurzer Augenblick vergeht ohne Deine Gnadenwirkung; keiner, da Du nicht zu Meer und Land die Menschen behütest, Gewitter des Lebens verscheuchst und Deine Rechte zur Hilfe reichst, mit der Du selbst unentwirrbar verstrickte Fäden der Parzen auflösest, Schicksalsstürme besänftigst und böse Sterne in ihrem Lauf hemmst....Du drehst das Firmament, entfachst die Sonne; die Welt ist Dein Thron, die Hölle Dein Schemel. Nach Dir wandeln die Gestirne, wechseln die Jahreszeiten; Dir jauchzen die Geister, dienen die Elemente. Dein Wink macht Winde wehen, Wolken gießen, Samen spriessen, Sprosse wachsen. Vor Deiner Hoheit erheben sich die am Himmel ziehenden Vögel, die auf den Bergen schweifenden Tiere, die am Boden lauernden Schlangen, die im Meere schwimmenden Wale. Doch mir gebricht es an Gaben, Dein Lob zu verkünden, und fehlt es an Gütern, Dir Opfer zu bringen. Ich habe nicht Stimmkraft genug zu sagen, was ich von Deiner Hoheit fühle, nicht tausend Münder oder Zungen gleicher Art oder ewig regen Redestrom. Was allein der Mensch zu tun vermag, der fromm aber sonst arm ist, das soll also meine Sorge sein: Dein himmlisches Antlitz und hochheiliges göttliches Wesen will ich auf alle Zeit im Schrein meines Herzens bewahren, hüten und vor Augen haben!"
Und in ihrer Heimat Ägypten wurde Isis angebetet als "Herrin der Götter, Du beflügelte, Du rotbewandete Gebieterin, Königin mit den Kronen des Südens und des Nordens, du Einzige....über der kein Gott sein kann....die Du mächtig bist durch die Worte der Kraft....die Du über allem stehst; Herrscherin und Gebieterin des Grabes, Mutter am Ende des Himmels! Preis sei Dir, oh Gebieterin, die mächtiger ist als die Götter; Worte der Anbetung mögen Dir die acht Götter von Hermopolis entgegenbringen. Die lebendigen Seelen an ihren geheimen Orten mögen Dein Geheimnis preisen, oh Du, die Du ihre Mutter bist; Du Quell, dem sie entsprangen, die Du ihnen einen Ort in der verborgenen Unterwelt schuffest, die Du ihre Gebeine unversehrt erhieltest und sie vor Schrecken bewahrtest, die Du sie in ihrem ewig währenden Aufenthalt stärktest. Du bist Isis, die Älteste der Alten: Du bist die Göttin, aus der alles Werden wächst!"
Aufgrund dieser und zahlreicher weiterer Quellen erscheint es mir mehr als unwahrscheinlich, daß es eine derart mächtige Göttin in mythologischer Hinsicht nötig gehabt haben soll, sich mittels Erpressung der Macht eines religionsgeschichtlich relativ spät etablierten Sonnengottes zu bedienen, denn während sich die Verehrung der Isis mühelos bis zur 1. Thinitischen Dynastie (3400 - 2980 v.u.Z.) zurückverfolgen läßt, taucht Ra erstmals in den Schriftrollen der 12. Thebanischen Dynastie (2000 - 1788 v.u.Z.) auf, wobei es sich bei ihm lediglich um die Abwandlung bzw. Maskulinisierung der ursprünglich weiblichen Göttin von Heliopolis, Rataiut, handelt.
Natürlich kannte Isis Ra's Namen, denn gemäß seiner eigenen Legende war er ihr Sohn! Über ihn war sie allerdings so erzürnt, daß sie ihn mittels seines geheimen Seelennamens mit einem Bann belegte, der nicht zu brechen war und ihn dadurch dazu verdammte, alt und gebrechlich zu werden (nach E. A. Wallis-Budge: "Egyptian Magic", New York 1971). Es kann also keine Rede davon sein, daß eine "schwache" Isis sich der Macht eines "starken" Sonnengottes bedienen mußte - im Gegenteil: Viel eher erscheint es so, als ob Ra auf Isis' Gunst angewiesen war.
Übrigens wurde Isis nicht nur in Ägypten, sondern auch in der griechisch-römischen Welt verehrt, "von Alexandria bis Arles, vom Rand der Sahara bis zu den britischen Inseln, von den Bergen Asturiens bis zur Mündung der Donau" (nach Franz Cumont: "Die orientalischen Religionen im Römischen Heidentum", Leipzig 1931).
Natürlich wäre es naheliegender gewesen, auf eine der grossen Göttinen des europäischen Kulturkreises zurückzugreifen, doch schon seit meiner Kindheit hat mich die Gestalt der Isis fasziniert: Sie ist für mich die allumfassende Verkörperung des Lebens und der Liebe, die Königin des Himmels, die Mutter alles Lebendigen und die Hüterin an der Schwelle des Übergangs.
Wie ich sie wahrnehme? Da sie alles Leben - Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine, Wasser usw. - schuf, wohnt auch ein Teil von ihr in all dem, was sie erschaffen hat, d. h. auch in mir selbst. Und genau in diesem Punkt unterscheidet sich die Gestalt der Göttin grundsätzlich vom christlichen Gottesbegriff: Während der Gott der christlichen Schöpfungsmythen stets außerhalb seiner Schöpfung und vor allem außerhalb der Menschen steht, woher nebenbei bemerkt auch die Notwendigkeit einer priesterlichen Vermittlung zwischen Mensch und Gott rührt, begreife ich die Göttin als untrennbar mit ihrer Schöpfung verbunden. Und da im Grunde genommen jede Frau und jeder Mann die Göttin ins sich trägt, ist es jedem Menschen prinzipiell möglich, einen gott- bzw. göttingleichen Zustand zu erreichen - und das nicht erst in einem wie auch immer gearteten Jenseits!
Isis ist für mich keine irreale geistige Projektion, sondern ihr Wesen begegnet mir in jedem Stein, jedem Baum, jedem Hauch des Windes, jeder Welle des Meeres und jedem Regenschauer....doch dieses Art der Wahrnehmung läßt sich wahrscheinlich nur schwer vermitteln.
Sid: Au Mann, das wird wohl ein längerer Exkurs in Religionsgeschichte und Ägyptologie! Also: Der gute Robert Ranke-Graves hat mit dem Buch "Die Weisse Göttin", auf dessen Thesen Du Dich hier berufst, zwar ein häufig zitiertes, jedoch mitunter recht spekulatives Werk verfasst, das in Hinsicht auf wissenschaftliche Methodik doch Einiges zu wünschen übrig läßt. Entgegen seinen Angaben bedeutet "Ish-Ish" - das korrekterweise "Ashesh" heissen müßte - nicht "Sie, die weint", sondern "Das Ausgießen" bzw. "Das Ernähren", was als Hinweis darauf verstanden werden kann, daß die göttliche Essenz der Isis alle anderen Götter und Geschöpfe nährte und somit am Leben erhielt (nach A. E. Wallis Budge: "Gods of the Egyptians" New York 1969).
Es erschiene auch etwas absurd, eine Göttin, die den Status einer Alma Mater inne hat, auf eine lediglich um ihren geliebten trauernde Figur reduzieren zu wollen. Isis' wahre Bedeutung erschließt sich vielmehr aus einem von Lucius Apuleius (ca. 125 - 180 n.u.Z.) verfassten Hymnus aus seinen "Metamorphosen", in dem es u. a. heißt:
"Heilige Frau und Menschenretterin immerdar, allzeit hilfreicher Hort aller Erdenkinder; ja, Du erweisest süße Mutterliebe den Elenden und Geschlagenen! Nicht Tag noch Nacht oder auch nur ein kurzer Augenblick vergeht ohne Deine Gnadenwirkung; keiner, da Du nicht zu Meer und Land die Menschen behütest, Gewitter des Lebens verscheuchst und Deine Rechte zur Hilfe reichst, mit der Du selbst unentwirrbar verstrickte Fäden der Parzen auflösest, Schicksalsstürme besänftigst und böse Sterne in ihrem Lauf hemmst....Du drehst das Firmament, entfachst die Sonne; die Welt ist Dein Thron, die Hölle Dein Schemel. Nach Dir wandeln die Gestirne, wechseln die Jahreszeiten; Dir jauchzen die Geister, dienen die Elemente. Dein Wink macht Winde wehen, Wolken gießen, Samen spriessen, Sprosse wachsen. Vor Deiner Hoheit erheben sich die am Himmel ziehenden Vögel, die auf den Bergen schweifenden Tiere, die am Boden lauernden Schlangen, die im Meere schwimmenden Wale. Doch mir gebricht es an Gaben, Dein Lob zu verkünden, und fehlt es an Gütern, Dir Opfer zu bringen. Ich habe nicht Stimmkraft genug zu sagen, was ich von Deiner Hoheit fühle, nicht tausend Münder oder Zungen gleicher Art oder ewig regen Redestrom. Was allein der Mensch zu tun vermag, der fromm aber sonst arm ist, das soll also meine Sorge sein: Dein himmlisches Antlitz und hochheiliges göttliches Wesen will ich auf alle Zeit im Schrein meines Herzens bewahren, hüten und vor Augen haben!"
Und in ihrer Heimat Ägypten wurde Isis angebetet als "Herrin der Götter, Du beflügelte, Du rotbewandete Gebieterin, Königin mit den Kronen des Südens und des Nordens, du Einzige....über der kein Gott sein kann....die Du mächtig bist durch die Worte der Kraft....die Du über allem stehst; Herrscherin und Gebieterin des Grabes, Mutter am Ende des Himmels! Preis sei Dir, oh Gebieterin, die mächtiger ist als die Götter; Worte der Anbetung mögen Dir die acht Götter von Hermopolis entgegenbringen. Die lebendigen Seelen an ihren geheimen Orten mögen Dein Geheimnis preisen, oh Du, die Du ihre Mutter bist; Du Quell, dem sie entsprangen, die Du ihnen einen Ort in der verborgenen Unterwelt schuffest, die Du ihre Gebeine unversehrt erhieltest und sie vor Schrecken bewahrtest, die Du sie in ihrem ewig währenden Aufenthalt stärktest. Du bist Isis, die Älteste der Alten: Du bist die Göttin, aus der alles Werden wächst!"
Aufgrund dieser und zahlreicher weiterer Quellen erscheint es mir mehr als unwahrscheinlich, daß es eine derart mächtige Göttin in mythologischer Hinsicht nötig gehabt haben soll, sich mittels Erpressung der Macht eines religionsgeschichtlich relativ spät etablierten Sonnengottes zu bedienen, denn während sich die Verehrung der Isis mühelos bis zur 1. Thinitischen Dynastie (3400 - 2980 v.u.Z.) zurückverfolgen läßt, taucht Ra erstmals in den Schriftrollen der 12. Thebanischen Dynastie (2000 - 1788 v.u.Z.) auf, wobei es sich bei ihm lediglich um die Abwandlung bzw. Maskulinisierung der ursprünglich weiblichen Göttin von Heliopolis, Rataiut, handelt.
Natürlich kannte Isis Ra's Namen, denn gemäß seiner eigenen Legende war er ihr Sohn! Über ihn war sie allerdings so erzürnt, daß sie ihn mittels seines geheimen Seelennamens mit einem Bann belegte, der nicht zu brechen war und ihn dadurch dazu verdammte, alt und gebrechlich zu werden (nach E. A. Wallis-Budge: "Egyptian Magic", New York 1971). Es kann also keine Rede davon sein, daß eine "schwache" Isis sich der Macht eines "starken" Sonnengottes bedienen mußte - im Gegenteil: Viel eher erscheint es so, als ob Ra auf Isis' Gunst angewiesen war.
Übrigens wurde Isis nicht nur in Ägypten, sondern auch in der griechisch-römischen Welt verehrt, "von Alexandria bis Arles, vom Rand der Sahara bis zu den britischen Inseln, von den Bergen Asturiens bis zur Mündung der Donau" (nach Franz Cumont: "Die orientalischen Religionen im Römischen Heidentum", Leipzig 1931).
Natürlich wäre es naheliegender gewesen, auf eine der grossen Göttinen des europäischen Kulturkreises zurückzugreifen, doch schon seit meiner Kindheit hat mich die Gestalt der Isis fasziniert: Sie ist für mich die allumfassende Verkörperung des Lebens und der Liebe, die Königin des Himmels, die Mutter alles Lebendigen und die Hüterin an der Schwelle des Übergangs.
Wie ich sie wahrnehme? Da sie alles Leben - Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine, Wasser usw. - schuf, wohnt auch ein Teil von ihr in all dem, was sie erschaffen hat, d. h. auch in mir selbst. Und genau in diesem Punkt unterscheidet sich die Gestalt der Göttin grundsätzlich vom christlichen Gottesbegriff: Während der Gott der christlichen Schöpfungsmythen stets außerhalb seiner Schöpfung und vor allem außerhalb der Menschen steht, woher nebenbei bemerkt auch die Notwendigkeit einer priesterlichen Vermittlung zwischen Mensch und Gott rührt, begreife ich die Göttin als untrennbar mit ihrer Schöpfung verbunden. Und da im Grunde genommen jede Frau und jeder Mann die Göttin ins sich trägt, ist es jedem Menschen prinzipiell möglich, einen gott- bzw. göttingleichen Zustand zu erreichen - und das nicht erst in einem wie auch immer gearteten Jenseits!
Isis ist für mich keine irreale geistige Projektion, sondern ihr Wesen begegnet mir in jedem Stein, jedem Baum, jedem Hauch des Windes, jeder Welle des Meeres und jedem Regenschauer....doch dieses Art der Wahrnehmung läßt sich wahrscheinlich nur schwer vermitteln.

European Union
02/06/1998 18:24 Filed in: Miscellaneous
| Entries in
English
Question: Do you think
the imposition of the EU laws and standards will help
with things like sexism, racism, disrespect for
nature?
Näx: Oh, I like EU laws. They have great effects on the measures of bananas and condoms - two things that definitely belong together!
Sid: I do hope so - but as laws are made by politicans who are not exactly the kind of good samaritans they pretend to be, there's always the chance that things can even get worse. Although I'm very glad we got rid off these national-border-business, I'm also aware of the negative consequences - look at the things happening on the german-czechoslovakian border: prostitution, organized crime, child abuse (and I don't blame just the Czechs for that: It's the german wankers that invade towns like Cheb or Teplice to satisfy their so-called "needs")... it would be great if these things could be changed by EU-laws, but unfortunately racism, sexism & denial of nature are just the outgrowth of (mostly male) human stupidity and narrowmindedness - and there's no EU-law aginst that!
Näx: Oh, I like EU laws. They have great effects on the measures of bananas and condoms - two things that definitely belong together!
Sid: I do hope so - but as laws are made by politicans who are not exactly the kind of good samaritans they pretend to be, there's always the chance that things can even get worse. Although I'm very glad we got rid off these national-border-business, I'm also aware of the negative consequences - look at the things happening on the german-czechoslovakian border: prostitution, organized crime, child abuse (and I don't blame just the Czechs for that: It's the german wankers that invade towns like Cheb or Teplice to satisfy their so-called "needs")... it would be great if these things could be changed by EU-laws, but unfortunately racism, sexism & denial of nature are just the outgrowth of (mostly male) human stupidity and narrowmindedness - and there's no EU-law aginst that!

Selbstmord
17/05/1998 12:38 Filed in: Miscellaneous
| Einträge auf
Deutsch
Frage: Was hältst Du von
Menschen, die es nicht beim Nachdenken über
Selbstmord belassen, sondern dies erfolgreich in die
Tat umsetzen? Bist Du auch (wie ich) der Meinung, daß
jeder (!) Mensch in seinem Leben Situationen erlebt,
in denen er sich mehr oder weniger damit befaßt?
Sid: Ich kann und will nicht über andere Menschen urteilen, doch ich denke, daß es für jeden Menschen eine jeweils individuell unterschiedlich definierte Schwelle des Schmerzes gibt, die, wenn sie überschritten wird, auch Selbsttötung oder zumindest den Gedanken daran nach sich ziehen kann. Diese "Schmerzgrenze" als Außenstehender definieren oder bewerten zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, weil das Ausmaß der jeweils schmerzverursachenden Situation von jedem Menschen anders empfunden wird - wenn man selbst nicht darin steckt, kann man sich u. U. gar nicht vorstellen, was der betroffene Mensch da gerade durchmacht.
Sid: Ich kann und will nicht über andere Menschen urteilen, doch ich denke, daß es für jeden Menschen eine jeweils individuell unterschiedlich definierte Schwelle des Schmerzes gibt, die, wenn sie überschritten wird, auch Selbsttötung oder zumindest den Gedanken daran nach sich ziehen kann. Diese "Schmerzgrenze" als Außenstehender definieren oder bewerten zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, weil das Ausmaß der jeweils schmerzverursachenden Situation von jedem Menschen anders empfunden wird - wenn man selbst nicht darin steckt, kann man sich u. U. gar nicht vorstellen, was der betroffene Mensch da gerade durchmacht.

Previous Lifes
09/04/1998 17:30 Filed in: Miscellaneous
| Entries in
English
Question: Where would
you go if you were able to fly with no limits of
space or time? Who do you think have you been in
previous lifes?
Sid : Hmm... though I'd like the idea of living in the matriarchal eras of Crete or Egypt, it seems quite reasonable to me to live here and now, which doesn't mean I'd be supposing we'd be living in the best of all worlds - but there is a spiritual purpose for us living exactly when and where we are, and I certainly don't want to mess around with universal orders!
Nevertheless I'd like to be able to live without any restrictions in freedom, peace and tranquillity somewhere by the sea (preferably Cornwall), and I hope I'll make it in this present incarnation... but most of all I'd like to live with the one I love, no matter what time or space as long as we are together forever! Maybe I'm just one of the last remaining hippies (although black-clothed and short-haired) because I still think that love, peace and understanding aren't such bad ideas.
I've received fragments of previous lifes in dreams and visions, and so far I've never been someone significant in historical terms. Best thing in social standards I've ever achieved was being an abbot in a little monastery in medieval times... seems I'm leaving all those V.I.P.-incarnations to other people.
Sid : Hmm... though I'd like the idea of living in the matriarchal eras of Crete or Egypt, it seems quite reasonable to me to live here and now, which doesn't mean I'd be supposing we'd be living in the best of all worlds - but there is a spiritual purpose for us living exactly when and where we are, and I certainly don't want to mess around with universal orders!
Nevertheless I'd like to be able to live without any restrictions in freedom, peace and tranquillity somewhere by the sea (preferably Cornwall), and I hope I'll make it in this present incarnation... but most of all I'd like to live with the one I love, no matter what time or space as long as we are together forever! Maybe I'm just one of the last remaining hippies (although black-clothed and short-haired) because I still think that love, peace and understanding aren't such bad ideas.
I've received fragments of previous lifes in dreams and visions, and so far I've never been someone significant in historical terms. Best thing in social standards I've ever achieved was being an abbot in a little monastery in medieval times... seems I'm leaving all those V.I.P.-incarnations to other people.

Language
21/03/1998 16:49 Filed in: Lyrics | Entries in
English
Question: I find your
lyrics to be great pieces of poetry. You must have
put down a lot of time and effort into them. Do you
think it's easy to write lyrics with substance? Isn't
it hard for you as a German to express your feelings
in English?
Sid: As I am more of a musician than a poet, it takes me more time to write the lyrics than the music itself: While I don't have to think at all to create music, it's definitely some kind of intellectual effort to find the right words!
Nevertheless it's not too difficult to me: My lyrics are based on my own emotional experiences or on my philosophy of life. I'm free to write about everything that is important to me, as I'm not limited by attitude, image or genre-affiliation.
I think I'm getting along with English quite well: I love the musical quality of this language and its multitude of expressional subtlety (something that's hard to find in my mother tongue), therefore I consider English as being the most suitable linguistic medium for my purposes.
Sid: As I am more of a musician than a poet, it takes me more time to write the lyrics than the music itself: While I don't have to think at all to create music, it's definitely some kind of intellectual effort to find the right words!
Nevertheless it's not too difficult to me: My lyrics are based on my own emotional experiences or on my philosophy of life. I'm free to write about everything that is important to me, as I'm not limited by attitude, image or genre-affiliation.
I think I'm getting along with English quite well: I love the musical quality of this language and its multitude of expressional subtlety (something that's hard to find in my mother tongue), therefore I consider English as being the most suitable linguistic medium for my purposes.

Musik und Mißstände
20/02/1998 16:36 Filed in: Miscellaneous
| Einträge auf
Deutsch
Frage: Glaubt ihr, daß
ihr mit der Musik von Antichrisis bestimmte Mißstände
anprangern könnt und vielleicht sogar solltet?
Sid: Natürlich! Wenn ich das Thema Kindesmißhandlung (wie in "Goodbye to Jane") aufgreifen will, warum nicht? Musik kann durchaus als Vehikel, um soziale oder politische Mißstände anzuprangern, benutzt werden und diesbezüglich Einiges bewirken. Ich halte überhaupt nichts von den Statements einiger Musiker, die die Meinung vertreten, Politik habe nichts in der Musik zu suchen. Es gibt meiner Meinung nach ganz hervorragende politische Songs oder auch Bands wie z. B. “Rage against the Machine” - was immer man auch musikalisch von ihnen halten mag. Doch wenn ich Interviews mit Mitgliedern von RATM lese, merke ich schon, daß sehr viel persönliches Engagement hinter dieser Band steckt und davor habe ich grossen Respekt.
Sid: Natürlich! Wenn ich das Thema Kindesmißhandlung (wie in "Goodbye to Jane") aufgreifen will, warum nicht? Musik kann durchaus als Vehikel, um soziale oder politische Mißstände anzuprangern, benutzt werden und diesbezüglich Einiges bewirken. Ich halte überhaupt nichts von den Statements einiger Musiker, die die Meinung vertreten, Politik habe nichts in der Musik zu suchen. Es gibt meiner Meinung nach ganz hervorragende politische Songs oder auch Bands wie z. B. “Rage against the Machine” - was immer man auch musikalisch von ihnen halten mag. Doch wenn ich Interviews mit Mitgliedern von RATM lese, merke ich schon, daß sehr viel persönliches Engagement hinter dieser Band steckt und davor habe ich grossen Respekt.

Heaven and Hell
01/02/1998 06:21 Filed in: Miscellaneous
| Entries in
English
Question: What do you
think happens to us after we die? Do you believe that
there's a heaven and hell or do you think that "hell"
is where we are now and "heaven" (not the christian
idea of heaven) is a place that we will be granted
after our physical death?
Sid: I don't think that there's something like heaven or hell according to Christian mythology: Damnation or salvation are not being granted or caused by some weird deity, but lie within us.
I don't consider this world we're living in as some kind of hellish place, although some people are trying very hard to make it exactly like that: Of course there's injustice, malevolence and cruelty - but there's also beauty, love and magnificence, and maybe it's one of the most confusing experiences to realize that both heaven and hell seem to exist on the same planet at the same time, It's up to us to a certain extent whether we do open our hearts and souls to misery or to happiness, which isn't always easy, but I know too many people who love to play the part of the "poor miserable bugger" instead of opening themselves to the beauty and the kindness that's also on this life's menu: It seems much easier to arrange oneself with being perpetually victimized instead of taking responsibility for one's destiny!
If we really wanted to create heaven on Earth, we could do that easily... but that goes also for hell!
Sid: I don't think that there's something like heaven or hell according to Christian mythology: Damnation or salvation are not being granted or caused by some weird deity, but lie within us.
I don't consider this world we're living in as some kind of hellish place, although some people are trying very hard to make it exactly like that: Of course there's injustice, malevolence and cruelty - but there's also beauty, love and magnificence, and maybe it's one of the most confusing experiences to realize that both heaven and hell seem to exist on the same planet at the same time, It's up to us to a certain extent whether we do open our hearts and souls to misery or to happiness, which isn't always easy, but I know too many people who love to play the part of the "poor miserable bugger" instead of opening themselves to the beauty and the kindness that's also on this life's menu: It seems much easier to arrange oneself with being perpetually victimized instead of taking responsibility for one's destiny!
If we really wanted to create heaven on Earth, we could do that easily... but that goes also for hell!

Biblische Mißverständnisse?
31/01/1998 17:46 Filed in: Miscellaneous
| Einträge auf
Deutsch
Frage: Würdet ihr die
Bibel mit dem Christentum gleichsetzen oder nicht?
Anders gefragt: Würdet ihr die Bibel als ein zwar
gutes, aber gründlich mißverstandenes Buch
bezeichnen?
Sid: Da die Bibel die verbindliche schriftliche Grundlage des Christentums (und im Falle des Alten Testaments auch des Judentums) darstellt, halte ich eine Gleichsetzung von Bibel und Christentum für gerechtfertigt, wobei sich die überwiegende Mehrheit der Christen in dem Irrglauben ergeht, bei den Büchern des alten und neuen Testaments würde es sich um "Gottes eigenes Wort" handeln, "als ob die hohen Himmel sich geöffnet hätten und wir Gott hörten, wie er mit menschlicher Stimme zu uns spricht" (nach D. Burgon: "The Holy Bible", Canterbury 1878).
Diese Annahme läßt sich mittlerweile allerdings nicht mehr aufrechterhalten; erschien doch bereits im Jahre 1889 ein von katholischen Gelehrten verfasster Sammelband ("Lux Mundi"), der mit der angeblichen Historizität und göttlichen Inspiration der Bibel aufräumt, indem eingestanden wird, daß es sich bei der Bibel um eine "wirre Masse von Mythen, Legenden und verstümmelter geschichtlicher Tatsachen einschließlich zahlreicher sich widersprechender Fakten" handelt (zitiert nach A. D. White: "A History of Warfare of Science with Theology in Christendom", New York 1955). In diesem Zusammenhang erstaunt es die Kenner christlicher Wahrheitsliebe wenig, daß im Jahre 1897 die Index-Kongretaion unter Papst Leo XII. jegliche weiteren diesbezüglichen Forschungen über die Ursprünge der biblischen Texte unter Androhung der Exkommunikation untersagte.
In Bezug auf die Authentizität der Bibel wurde die Legende verbreitet, daß das Alte Testament im 3. Jahrhundert v.u.Z. von 72 Übersetzern des Ptolemäus auf der Insel Pharos in 72 Tagen vom Hebräischen ins Griechische übertragen worden sei (daher auch der Name "Septuaginta" für diese Übersetzung, wobei der numerologische Symbolismus dieser Legende auf die 72 kabbalistischen Gottesnamen Bezug nimmt). Nach Ablauf der 72 Tage wurden die Übersetzungen miteinander verglichen und man stellte fest, daß sie Wort für Wort miteinander übereinstimmten. Zu schön, um wahr zu sein, denn die tatsächliche Geschichte der Bibel verlief um Einiges ungeordneter: Im 1. Jahrhundert v.u.Z. tauchte erstmals eine Sammlung loser Texte auf, die im 1. Jahrhundert n.u.Z. von den Juden in der ägyptischen Diaspora als heilig akzeptiert und von den Christen übernommen wurde - und danach erlebten diese Texte unzählige Veränderungen und Redigierungen: Im 4. Jahrhundert n.u.Z. fertigte Hieronymus eine bemerkenswert ungenaue und lückenhafte Übersetzung des Basistextes, die Vulgata, die deutlich vom Original abwich.
Die heute meist gebräuchliche Luther-Übersetzung basiert - ebenso wie die King James Bible für den englischen Sprachraum - auf einem griechischen Text, den Erasmus von Rotterdam im 16. Jahrhundert n.u.Z. zusammengetragen und herausgegeben hat; einer Sammlung, die wiederum auf byzantinische Quellen aus 4. - 8. Jahrhunderts n.u.Z. beruht. "Später wurden einige ältere Texte entdeckt: die Texte von Qumran (2. Jahrhundert v.u.Z.), die Chester Beatty Papyri (2. - 3. Jahrhundert n.u.Z.), der Codex Sinaiticus und der Codex Vaticanus (beide aus dem 4. Jahrhundert n.u.Z.) sowie der Codex Alexandrinus (5. Jahrhundert n.u.Z.). Alle sind fragmentarisch, sie weichen in wesentlichen Bestandteilen voneinander und von der King James Bibel ab. Es gibt keine bekannten Teile der Bibel, die vor dem 4. Jahrhundert v.u.Z. entstanden sind!" (nach C. F. Pfeiffer: "The Dead Sea Scrolls and the Bible", New York 1969).
In diesem Zusammenhang schneidet auch das Neue Testament nicht besser ab, wurde es doch fälschlicherweise den Aposteln als Verfasser zugeschrieben - eine These, die keiner literaturhistorischen Überprüfung standhält! Des weiteren kommt hinzu, daß die wirklich interessanten Texte des Neuen Testaments durch die Kirche selbst nach und nach eliminiert wurden; sie wurden exkanonisiert und unter der Bezeichnung "Apokryphen" zusammengefasst. Aus diesen gnostischen Evangelien geht u. a. hervor, daß Jesus verheiratet war, daß er kein Einzelkind war (entsprechende Hinweise finden sich sogar noch in Markus 6.3 - hier hat die Kongregation wohl geschlafen!) und daß es neben den bekannten 12 männlichen Aposteln noch 12 weibliche gab, deren Oberhaupt Maria Magdalena war usw.
Die Bibel ist also ein ziemlich konfuses und wirres Werk - kein Wunder, daß das Christentum, das sich auf dieses merkwürdige Sammelsurium beruft, ebenso konfus und realitätsfern daherkommt! Darüber hinaus handelt es sich bei der Bibel um ein höchst gefährliches Buch, das u. a. die geistige Grundlage für die Hexenverfolgung schuf (Exodus 22.17: "Eine Hexe sollst Du nicht am Leben lassen"); ganz zu Schweigen von den wiederkehrenden Befehlen Jehovahs in den Büchern der Richter und der Könige, Andersgläubige auszurotten, niederzumetzeln und zu vergewaltigen! Die im Alten Testament formulierte Ideologie eines "Auserwählten Volkes", dessen hegemoniale Macht- und Eroberungspolitik durch einen eifersüchtigen und hochgradig parteiischen Gott gerechtfertigt wird, bildet gleichzeitig das Fundament für nachfolgende faschistische Ideologien jeglicher Couleur.
Sid: Da die Bibel die verbindliche schriftliche Grundlage des Christentums (und im Falle des Alten Testaments auch des Judentums) darstellt, halte ich eine Gleichsetzung von Bibel und Christentum für gerechtfertigt, wobei sich die überwiegende Mehrheit der Christen in dem Irrglauben ergeht, bei den Büchern des alten und neuen Testaments würde es sich um "Gottes eigenes Wort" handeln, "als ob die hohen Himmel sich geöffnet hätten und wir Gott hörten, wie er mit menschlicher Stimme zu uns spricht" (nach D. Burgon: "The Holy Bible", Canterbury 1878).
Diese Annahme läßt sich mittlerweile allerdings nicht mehr aufrechterhalten; erschien doch bereits im Jahre 1889 ein von katholischen Gelehrten verfasster Sammelband ("Lux Mundi"), der mit der angeblichen Historizität und göttlichen Inspiration der Bibel aufräumt, indem eingestanden wird, daß es sich bei der Bibel um eine "wirre Masse von Mythen, Legenden und verstümmelter geschichtlicher Tatsachen einschließlich zahlreicher sich widersprechender Fakten" handelt (zitiert nach A. D. White: "A History of Warfare of Science with Theology in Christendom", New York 1955). In diesem Zusammenhang erstaunt es die Kenner christlicher Wahrheitsliebe wenig, daß im Jahre 1897 die Index-Kongretaion unter Papst Leo XII. jegliche weiteren diesbezüglichen Forschungen über die Ursprünge der biblischen Texte unter Androhung der Exkommunikation untersagte.
In Bezug auf die Authentizität der Bibel wurde die Legende verbreitet, daß das Alte Testament im 3. Jahrhundert v.u.Z. von 72 Übersetzern des Ptolemäus auf der Insel Pharos in 72 Tagen vom Hebräischen ins Griechische übertragen worden sei (daher auch der Name "Septuaginta" für diese Übersetzung, wobei der numerologische Symbolismus dieser Legende auf die 72 kabbalistischen Gottesnamen Bezug nimmt). Nach Ablauf der 72 Tage wurden die Übersetzungen miteinander verglichen und man stellte fest, daß sie Wort für Wort miteinander übereinstimmten. Zu schön, um wahr zu sein, denn die tatsächliche Geschichte der Bibel verlief um Einiges ungeordneter: Im 1. Jahrhundert v.u.Z. tauchte erstmals eine Sammlung loser Texte auf, die im 1. Jahrhundert n.u.Z. von den Juden in der ägyptischen Diaspora als heilig akzeptiert und von den Christen übernommen wurde - und danach erlebten diese Texte unzählige Veränderungen und Redigierungen: Im 4. Jahrhundert n.u.Z. fertigte Hieronymus eine bemerkenswert ungenaue und lückenhafte Übersetzung des Basistextes, die Vulgata, die deutlich vom Original abwich.
Die heute meist gebräuchliche Luther-Übersetzung basiert - ebenso wie die King James Bible für den englischen Sprachraum - auf einem griechischen Text, den Erasmus von Rotterdam im 16. Jahrhundert n.u.Z. zusammengetragen und herausgegeben hat; einer Sammlung, die wiederum auf byzantinische Quellen aus 4. - 8. Jahrhunderts n.u.Z. beruht. "Später wurden einige ältere Texte entdeckt: die Texte von Qumran (2. Jahrhundert v.u.Z.), die Chester Beatty Papyri (2. - 3. Jahrhundert n.u.Z.), der Codex Sinaiticus und der Codex Vaticanus (beide aus dem 4. Jahrhundert n.u.Z.) sowie der Codex Alexandrinus (5. Jahrhundert n.u.Z.). Alle sind fragmentarisch, sie weichen in wesentlichen Bestandteilen voneinander und von der King James Bibel ab. Es gibt keine bekannten Teile der Bibel, die vor dem 4. Jahrhundert v.u.Z. entstanden sind!" (nach C. F. Pfeiffer: "The Dead Sea Scrolls and the Bible", New York 1969).
In diesem Zusammenhang schneidet auch das Neue Testament nicht besser ab, wurde es doch fälschlicherweise den Aposteln als Verfasser zugeschrieben - eine These, die keiner literaturhistorischen Überprüfung standhält! Des weiteren kommt hinzu, daß die wirklich interessanten Texte des Neuen Testaments durch die Kirche selbst nach und nach eliminiert wurden; sie wurden exkanonisiert und unter der Bezeichnung "Apokryphen" zusammengefasst. Aus diesen gnostischen Evangelien geht u. a. hervor, daß Jesus verheiratet war, daß er kein Einzelkind war (entsprechende Hinweise finden sich sogar noch in Markus 6.3 - hier hat die Kongregation wohl geschlafen!) und daß es neben den bekannten 12 männlichen Aposteln noch 12 weibliche gab, deren Oberhaupt Maria Magdalena war usw.
Die Bibel ist also ein ziemlich konfuses und wirres Werk - kein Wunder, daß das Christentum, das sich auf dieses merkwürdige Sammelsurium beruft, ebenso konfus und realitätsfern daherkommt! Darüber hinaus handelt es sich bei der Bibel um ein höchst gefährliches Buch, das u. a. die geistige Grundlage für die Hexenverfolgung schuf (Exodus 22.17: "Eine Hexe sollst Du nicht am Leben lassen"); ganz zu Schweigen von den wiederkehrenden Befehlen Jehovahs in den Büchern der Richter und der Könige, Andersgläubige auszurotten, niederzumetzeln und zu vergewaltigen! Die im Alten Testament formulierte Ideologie eines "Auserwählten Volkes", dessen hegemoniale Macht- und Eroberungspolitik durch einen eifersüchtigen und hochgradig parteiischen Gott gerechtfertigt wird, bildet gleichzeitig das Fundament für nachfolgende faschistische Ideologien jeglicher Couleur.
